Eine völlig neue Szene aus The Long Game das erste Mal auf Deutsch! Der Countdown – Kurzgeschichte
Diese Szene wurde von Rachel Reid ursprünglich auf ihrer Website veröffentlicht. Dieses Mal handelt es sich um eine gestrichene Szene aus The Long Game, die während der Saison passieren sollte, die sich mit Role Model überschneidet. Laut der Autorin wollte die kurze Sexszene einfach nicht in die Geschichte passen, obwohl sie den Abschnitt selbst besonders unterhaltsam und sexy fand. Schweren Herzens strich sie die Szene dann aber trotzdem, konnte aber nicht wiederstehen sie später mit ihren Leser:innen zu teilen. Viel Spaß beim Lesen!
SHANE
„Was schaust du da?“, fragte Shane aus seinem Badezimmer heraus. Ilya lag auf dem Bett. Er hatte sich Kissen in den Rücken gestopft und den Laptop auf seinem Bauch abgestellt.
„Einen Porno“, antwortete Ilya, ohne den Blick vom Bildschirm zu wenden.
„Das machst du doch nicht wirklich.“ Die Stille, die folgte, wurde jedoch von kehligem Stöhnen unterbrochen, das eindeutig aus dem Computer kam. „Echt jetzt? Warum schaust du dir sowas an?“
„Du bist zum Zähneputzen gegangen. Also war mir klar, dass ich ungefähr eine Stunde überbrücken muss.“
„Ist das dein Ernst? Wie ungeduldig kann man bitte sein?“ Shane wedelte wild mit dem Zungenschaber herum, den er immer noch in der Hand hielt, um seiner Empörung Luft zu machen. „Ziehst du dir jedes Mal, wenn ich den Raum verlasse, einen Porno rein?“
„Nö.“
Offensichtlich würde er nicht mehr Informationen bekommen, also fragte Shane: „Und wieso dann jetzt?“
„Hat Cliff mir geschickt.“
Cliff Marlow war Ilyas Mannschaftskamerad in Boston gewesen und die beiden waren immer noch befreundet. Doch Ilya redete nicht oft über ihn. „Cliff schickt dir Pornos?“
„Nicht von sich selbst. Gott sei Dank!“
„Was denn für einen Porno?“
„Was denkst du? Von heißen Frauen, die Sex haben.“
Shane näherte sich vorsichtig dem Bett und lehnte sich so über den Laptop, dass er auf den Bildschirm sah. Dort sah er eine hübsche dunkelhaarige Frau, die sich selbst befriedigte.
Ilya kicherte wegen irgendetwas.
„Was?“, wollte Shane wissen.
„Schon süß. Sie versucht, von hundert runterzuzählen, bevor sie kommt.“
Beide schauten der Frau einen Moment still zu, wie sie die Zahlen kaum herausbrachte und zwischen ihnen keuchte und sich räkelte.
„Ich glaube nicht, dass sie es schafft“, meinte Ilya.
Shane verzog das Gesicht. „Hat sie nicht gerade schon einen Orgasmus?“
Ilya drehte sich zu Shane und blickte ihn amüsiert an. „Wie kann es sein, dass es dir jemals erlaubt war, Sex mit Frauen zu haben?“
„Was auch immer“, grummelte Shane und eine verräterische Wärme kroch ihm den Hals hinauf. „Als wäre das so schwierig. Hundert Sekunden? Wer würde das nicht schaffen?“
Ilya prustete los. „Du könntest nicht einmal bis fünf zählen, bis du abspritzt.“
„Du hast fünf Sekunden, um mein fucking Haus zu verlassen!“
„Mmh.“
Die Frau war mittlerweile bei fünfunddreißig angekommen. Sie fluchte, keuchte und stöhnte lustvoll. Na gut, jetzt konnte auch Shane den Unterschied erkennen.
Ilya deutete auf den Bildschirm. „Das ist ein Orgasmus.“
„Ja, okay. Super. Sie ist gekommen“, antwortete Shane ausdruckslos.
Ilya klappte den Laptop zu und stellte ihn auf den Nachttisch. „Shane, bist du beleidigt, weil ich mir Titten angeschaut habe?“
„Ich bin nicht beleidigt“, entgegnete Shane beleidigt. „Und es stört mich nicht, dass du Frauen magst.“
„Natürlich nicht.“
Shane hatte sich auf die Bettkante gesetzt und drehte sich zu Ilya um. „Wenn du dir Pornos anschaust … Sind die immer mit Frauen?“
„Wieso?“
Shane zuckte mit den Schultern. „Naja, ich dachte, du vermisst das vielleicht.“
„Was? Frauen?“
„Ja.“
Ilya lächelte leicht. „Wahrscheinlich vermissen die eher mich. Aber nein. Nicht wirklich.“
„Oh.“
Ilya schlang einen Arm um ihn und zog Shane enger an sich. „Warum sollte ich Sex mit jemand anderem haben, wenn ich doch jemanden habe, der darin schon so viel besser geworden ist?“
„Ach, fick dich doch.“
„Weißt du, toller Sex wird irgendwann langweilig. Wenn man Sex mit hunderten, vielleicht sogar tausenden, sehr talentierten und sehr schönen Menschen hatte, will man auch mal was anderes.“
„Du kannst mich mal.“
„Das hab ich doch schon so oft.“
Shane stach ihm seinen Zungenschaber gegen die Brust.
„Aaah!“ Ilya quietschte. „Ekelig! Hau bloß ab mit dem Ding.“
Shane versuchte lachend, den Schaber über Ilyas Wange zu ziehen, doch der ergriff seine Handgelenke und drückte sie immer fester, bis Shane den Zungenschaber fallen ließ. Sie rauften miteinander, bis Shane unter Ilya auf dem Bett lag. Die beiden Männer grinsten sich an.
„Werden wir jetzt mittelmäßigen Sex haben?“, fragte Shane trocken.
Ilya wurde ernst. „Keiner kommt an dich ran. Das weißt du, oder?“
Shane sonnte sich in dem Lob. „Aber Luft nach oben ist trotzdem immer.“
„Mmmh“, brummte Ilya und senkte den Kopf, um ihn zu küssen. „Dann üben wir mal.“
ILYA
Zwei Tage später – Ilya war gerade in seinem Hotelzimmer in Pittsburg – bekam er eine Nachricht von Shane.
Shane: Kannst du facetimen?
Ilya hielt sich nicht mit einer Antwort auf, sondern schickte Shane gleich die Anfrage. Der nahm sie innerhalb von ein paar Sekunden an und Ilya fand sich einer netten Überraschung gegenüber.
Shane saß in dem Sessel, der in seinem Schlafzimmer stand, ein Bein über die Lehne gelegt. Er trug nichts als enge schwarze Boxershorts und streichelte seinen Schwanz durch den Stoff hindurch. Sie hatten sich beide Stative für ihre Handys gekauft, damit sie beim Video-Sex immer den richtigen Blickwinkel hatten. Und die Investition hatte sich auf alle Fälle schon ausgezahlt.
„Oh“, sagte Ilya. „Hallo.“
„Hi“, erwiderte Shane. Er schaute direkt in die Kamera, sein Blick war herausfordernd. „Hundert.“
„Was?“
„Neunundneunzig.“
Ilya schnitt eine Grimasse. „Bist du kaputt gegangen?“
„Achtundneunzig.“
Nun ging Ilya ein Licht auf, er grinste breit. „Echt jetzt, Hollander?“
„Siebenundneunzig.“
„Du konntest tagelang an nichts anderes denken, oder? Das hat dich schier umgebracht.“
Shane zählte weiter, den Blick starr auf die Kamera gerichtet. Auf seinem Gesicht spiegelte sich eine unerbittliche Entschlossenheit, was fast schon witzig war, bedachte man, was er erreichen wollte.
„Einer Herausforderung kannst du einfach nicht widerstehen“, sagt Ilya. „Es geht um den Wettbewerb, oder? Das macht dich geil.“
Shane zählte einfach weiter.
Ilya lehnte sich auf dem Bett zurück und machte es sich auf den Kissen bequem. Er wollte die Show genießen. „Du schaffst es doch nicht einmal bis fünfzig.“
„Neunundachtzig. Fick dich. Werde ich wohl. Achtundachtzig.“
„Dann musst du deinen Schwanz aber auch wirklich anfassen. Das ist schummeln. Nimm Gleitgel.“
Shane zog seine Unterhose aus. Solange er sich nicht berührte, zählte er auch nicht weiter. Regeln waren schließlich wichtig.
„Wow!“, sagte Ilya. „Du bist ja jetzt schon hart. Hast du so angefangen? Oder warst du den ganzen Tag über hart, weil du an das hier gedacht hast?“
Shane drückte sich Gleitgel in die Hand, legte die Finger um seinen Schaft und zählte wieder weiter.
Man musste ihm hoch anrechnen, dass er schon bis siebzig gekommen war, als sein Atem erstmals stockte. Er wand sich ein wenig und Ilya kicherte. „Oh oh, Hollander.“
Ilya fragte sich, ob er ein paar Sex-Challenges erfinden sollte, um herauszufinden, ob Shane mitmachen würde. Vielleicht könnte er ihn zu einem Kopfstand überreden, bei dem er sich singend einen runterholte.
Shane war bei sechzig angekommen und mittlerweile schnappte er bei jeder Zahl, die er nannte, nach Luft und ein Schaudern durchlief seinen Körper. Während er auf fünfzig runterzählte, biss er die Zähne zusammen. Aus seinem Schwanz kamen, wie immer wenn er derart erregt war, die ersten Lusttropfen.
Und Ilya war hart wie Stein. So sehr ihn diese Performance auch amüsierte, war es doch unbestreitbar heiß, seinen Freund dabei zu beobachten, wie er versuchte, seinen Orgasmus hinauszuzögern.
„Acht…“, stammelte Shane. „Achtundvierzig. Neun … fuck … und. Nein. Scheiße. Siebenundvierzig.“
„Guter Junge.“
Shane stieß ein ersticktes Stöhnen aus. Er streichelte sich gleichmäßig, immer zwei Striche auf eine Zahl. Seine Eier sahen aus, als würden sie gleich platzen. Glatt und fest und perfekt. Ilya war sich nicht sicher, ob er wollte, dass Shane es schaffte, ganz herunterzuzählen. Oder ob er wollte, dass er jetzt sofort explodierte.
Ilyas Hand glitt in seine Trainingshose. Er streichelte ein paar Mal über seinen Schwanz.
„Oh, Scheiße“, presste Shane mit zusammengebissenen Zähnen hervor. „Holst du …“
„Zähl einfach weiter. Du hast es fast geschafft. Komm schon. Sechsundvierzig.“
„Sechsundvierzig“, wiederholte Shane. „Fünfundvierzig.“
Es war bewundernswert, dass es Shane noch weiter bis dreißig schaffte. Erst als er bei achtundzwanzig angekommen war, stöhnte er: „Ich kann nicht … fuck … ich werde es nicht schaffen.“
„Doch, du kannst das. Du bist so nah dran.“
Ilya streichelte sich und Shane zählte zitternd weiter, zwei Zahlen schaffte er noch.
„Fünf … irgendwas. Oh Gott! Fuck. Ich bin fast so weit.“
Ilya bemerkte mit Schrecken, dass auch er schneller kommen würde, als er bis null zählen könnte. Und bei ihm wäre das in weit weniger als hundert Sekunden! „Mach weiter!“, befahl er angespannt.
„Fünfundzwanzig“, sagte Shane gehorsam. Er setzte sich ein bisschen auf, seine Schultern waren gerade. Er war fest entschlossen. „Vierundzwanzig.“
Ilya liebte ihn. Er liebte ihn so sehr. Dieser kleine, übermäßig wettkampforientierte Scheißer hatte einfach sein Herz gewonnen.
Shane hatte es nur kurz geschafft, die Kontrolle über seinen Körper zu gewinnen. Mühsam stammelnd zählte er bis zwölf, vertauschte immer wieder die Zahlen und wiederholte einige. Und Ilya konnte ihn deswegen nicht einmal verarschen, weil er selbst so verdammt erregt war.
Als er bei elf angekommen war, wurde es wirklich spannend. Shane zitterte und sein Mund stand offen. Ilya war sich sicher, dass es jetzt vorbei war. Er hatte schon so oft beobachtet, wie Shane kam, dass er wusste, was jetzt geschehen würde. Doch Shane gelang es, sich noch einmal zusammenzureißen. „Zehn. Neun. Fuck, Ilya, fuck“, ächzte er.
„Ja“, versuchte Ilya so ruhig zu sagen, wie es ging. „Ich weiß. Aber du schaffst das.“
„Acht … nein. Fuck. Ich komme. Ich …“ Der Rest des Satzes ging in einem Stöhnen unter, das zugleich Ekstase als auch Frust ausdrückte. Shane ergoss sich über seinen Bauch und seine Brust.
Ilya zog seine Trainingshose gerade weit genug runter, um seinen Schwanz zu befreien. Er bearbeitete ihn wild, bis er, nur wenige Sekunden später, ebenfalls kam. Er kniff die Augen zusammen und grub seine Zähne in seine eigene Hand, um nicht laut aufzuschreien. Bood hatte das Hotelzimmer neben seinem.
Als er die Augen wieder öffnete, sah er Shane, der wie hingegossen in dem Sessel lag, die Beine gespreizt und die Arme hingen herunter. Auf seiner Haut glänzte noch das Sperma, sein Schwanz lag nun auf seinem Oberschenkel.
Für Ilya sah Shane immer aus wie ein wahrgewordener Traum. Aber jetzt gerade … Oh, fuck. Er wünschte, er würde sich trauen, einen Screenshot zu machen. Er wünschte, er hätte den gesamten Videoanruf aufzeichnen können.
„Also, mir ist natürlich aufgefallen, dass …“, sagte Shane.
„Fang gar nicht erst an.“
„Ich hab’s nicht bis null geschafft, klar. Das war wirklich schwerer als gedacht. Aber du …!“
„Halt’s Maul. Ich habe schließlich nie behauptet, dass es einfach sein würde.“
„Du machst dich immer darüber lustig, dass ich so schnell komme, aber was sagst du jetzt? Mr. Dreißig Sekunden!“
„Waren vierzig.“
„Wow, du Hengst.“
Dann brachen sie beide in schallendes Gelächter aus.
„Fuck, das war so bescheuert“, seufzte Shane.
„Nicht bescheuert. Heiß! Denk dran, ich bin in vierzig Sekunden gekommen.“
Shane bewegte sich in seinem Sessel und rutschte ein bisschen hin und her. Es gefiel ihm, dass er so gut gewesen war. „Ja? War es heiß?“
„Fuck, Shane. Du solltest dich sehen. Ich würde am liebsten in dieses verdammte Handy kriechen und dir einen blasen.“
Beide beobachteten, wie Shanes Schwanz bei dieser Aussage zuckte.
„Ich wünschte auch, du wärst hier. Ich hätte dich am liebsten immer bei mir.“
„Ich auch.“
Sie blickten einander einen Moment lang rührselig an, dann sagte Shane: „Ich muss los. Ich treffe mich noch mit Hayden.“
„Du hast das hier vor einem Treffen mit Hayden gemacht?“
„Das eine hat überhaupt nichts mit dem anderen zu tun! Und überhaupt. Ich war geil. Und ich habe dich vermisst.“
„Okay, du Spinner. Ich vermisse dich auch.“
„Schieß heute Abend nur ein einziges Tor. Und kein weiteres, okay?“
„Du hast doch gerade erst bewiesen, dass du nicht zählen kannst. Vielleicht fällt es dir gar nicht auf, wenn ich zwei oder drei schieße.“
Shane lachte und schüttelte den Kopf. „Ich liebe dich. Bis bald.“
„Ich liebe dich auch. Sag Hayden, dass du es bis acht geschafft hast.“
Shane verdrehte die Augen und beendete den Anruf.
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