Leseprobe Salzluftträume vom Meer | Ein Feel Good Nordsee Liebesroman

Levke

„Tisch vier ist fertig!“, rief Edi und stellte drei Teller in die Durchreiche, erst zwei und dann noch einmal einen kleineren.

Levke stand bereits dort und lächelte. „Hm, das sieht aber lecker aus.“ Gelbe Kartoffeln türmten sich verheißungsvoll neben zwei Wiener Schnitzeln, die liebevoll mit einer Zitronenscheibe dekoriert waren. Und auf dem Kinderteller lag eine Pizza in Fischform auf einem Bett aus Salatblättern, als schwämme sie in einem grünen See.

Edi, der Koch, bereitete niemals norddeutsche Gerichte zu, denn als Süddeutscher fühlte er sich für das Amrumer Lokalkolorit nicht zuständig. Doch er liebte seine Arbeit. Er machte alles mit Freude und Sorgfalt und strahlte Levke jetzt fröhlich an. „Wer ein gutes Team hat, der bringt auch was Gutes auf den Tisch.“

Levke lächelte zurück und nahm die Teller entgegen, zwei auf einem Arm. Mit flotten Schritten ging sie zu Tisch vier und servierte das Essen mit einem fröhlichen „Guten Appetit“. Als sie dann auch den Kinderteller brachte und vor dem Hochstuhl des Kleinen absetzte, berührte die Mutter sie sanft mit der Hand. „Was für eine schöne Atmosphäre Sie hier haben.“ Sie deutete auf den Raum mit den blauen Tischdecken und den Meeresbildern an den Wänden. Durch die große Panoramascheibe fiel ein Sonnenstrahl herein und tauchte Tisch vier in ein wärmendes Licht. „Ich glaube, wir werden nächstes Jahr wiederkommen. Nicht wahr, Olli?“ Sie streifte den Arm ihres Mannes mit den Fingern.

Olli lachte. „Na klar. Amrum hat mich verzaubert, und im Hotel Dünenglück kann man die Seele baumeln lassen.“

„Wohlfühlen pur“, stimmte seine Frau ihm zu.

„Aber jetzt wollen wir es uns erst einmal schmecken lassen.“ Olli schnappte sich seine Zitrone und drückte sie über das Schnitzel aus. „Es geht doch nichts über ein deftiges Mittagessen nach einer ordentlichen Wanderung.“

Bei diesen Worten quietschte der Kleine und biss in ein Stück seines Pizzafischs. Olli strich ihm über den Haarschopf. „Richtig. Und dich habe ich während des größten Teils des Wegs auf dem Rücken getragen.“

Levke ging zufrieden weiter. So war es hier im Hotel Dünenglück. Die Gäste waren entspannt und genossen ihren Urlaub in vollen Zügen. Und dadurch fiel das Bedienen leicht. Sie wurden nicht ungeduldig, wenn es einmal etwas länger dauerte, und waren jederzeit zu einer kleinen Plauderei aufgelegt.

Obwohl jetzt, Ende Oktober bereits Nebensaison war, hatte Levke gut zu tun, aber Zeit für ein paar nette Worte mit den Gästen fand sie immer.

Plötzlich bemerkte sie, dass ein neuer Gast eintrat. Schon schlug ihr das Herz bis zum Hals, als sie den großen, breitschultrigen Mann mit seinen kurz geschnittenen, blonden Locken und meergrünen Augen betrachtete. Hark Clausen war ein lieber Freund, aber seit einiger Zeit fragte sie sich, ob er nicht mehr für sie sein könnte. Jedes Mal, wenn sie ihn sah, bekam sie Herzklopfen. Vor allem seit sie den Eindruck hatte, dass er seinerseits versuchte, sie für sich einzunehmen.

Dass Hark jetzt ins Restaurant gekommen war, war sicherlich kein Zufall. Er wusste, dass ihre Mittagsschicht bald endete. Hoffte er vielleicht darauf, dass sie gleich ein wenig Zeit für ihn haben würde? Nur zu gern, dachte sie.

Während sie in einiger Entfernung einen Tisch abräumte, hörte sie, wie Harks Handy die Melodie von Haus am See spielte. Dann ertönte seine raue, dunkle Stimme. „Ah! Hallo, Herr Nierenstein.“

Levke horchte auf. Herr Nierenstein war der CEO der Immobiliengesellschaft Mapimar, die vor Kurzem das Hotel Dünenglück kaufen wollte. In der Familie der Hoteleigentümer war Hark der Einzige, der einen Verkauf des Hauses wünschte. Mit der Immobiliengesellschaft Mapimar hätte er fast Erfolg gehabt, doch zum Glück wurde das Geschäft rechtzeitig abgewendet. Oder doch nicht? Levke lauschte angestrengt.

„Sie machen ein neues Angebot?“, hörte sie Hark sagen. „Das ist ja großartig.“

Levkes Magen zog sich vor Wut und Sorge zusammen. Sie hatte geglaubt, das Hotel Dünenglück wäre gerettet, und nun also doch nicht?

„Wir müssen uns bald entscheiden?“, fragte Hark. Er bemühte sich nicht einmal, leise zu sprechen, als hätte er nicht das geringste schlechte Gewissen. Hatte er offenbar auch nicht. Er sagte immer, es sei sein gutes Recht, auf der Auszahlung seines Erbteils zu bestehen. „Nun, für eine rasche Entscheidung werde ich sorgen.“

Levke seufzte, als sie die Entschlossenheit in Harks Stimme hörte. Und das war der Moment, in dem ihre eigene Entscheidung endgültig fiel. Dieses Hin und Her, erst geplanter Verkauf, dann kein Verkauf und nun doch wieder Verkauf – sie hatte es satt. War es früher einfach ein Gedankenspiel gewesen – was, wenn ich Amrum verlassen würde – begriff sie nun, dass man nicht nur bald über das Hotel Dünenglück entscheiden würde, sondern auch ihr eigener Entschluss gefasst war. Die Würfel waren gefallen.

Als sie mit einer Ladung leerer Teller und Besteck zur Durchreiche gehen wollte, hörte sie plötzlich Harks Stimme hinter sich. „Levke?“ Schwer beladen blieb sie stehen.

„Können wir nach deiner Schicht einen kleinen Spaziergang machen?“ Hark sah sie bittend an.

Levke nickte. Sie hatte einiges, was sie ihm sagen musste.

Auf dem Weg durch die Dünen beschloss Levke, erst einmal mit etwas Unverfänglichem anzufangen. Als sie sich mit Hark dem Strand näherte, lachte sie daher und versetzte ihm einen scherzhaften Knuff. „Du bist jetzt der angesagteste Mann auf ganz Amrum.“

Sie gingen über die Wandelbahn, die Promenade des Dorfs Wittdün. Hier bot sich eine atemberaubende Aussicht auf den schmalen Strand und die Bucht zum Kniephaken, hinter dem der breite Strand begann, der Kniepsand. Momentan herrschte Flut. Die Bucht war mit sanft plätscherndem Wasser gefüllt.

„Ich?“ Hark schnaubte. „Ich bin die Lachnummer von Amrum. Dich dagegen nennen alle die Retterin.“

Levke spielte auf ein Reel an, das vor Kurzem in den sozialen Medien viral gegangen war. Darauf sah man Hark und sie selbst. Es war bei einem Mitmach-Event aufgenommen worden, mit dem Levkes Chefin Kaja den Verkauf des Hotels abgewendet hatte.

Im Gehen schaute Hark auf die Bucht hinaus, und Levke folgte seinem Blick. Über dem flachen Wasser kreisten ein paar Möwen. Ihr Schnarren und Kreischen drang leise bis zu ihnen herauf. Eine blasse Oktobersonne schien, doch sie wärmte kaum noch, und der Wind war kühl.

Levke grinste Hark an. „Du bist jetzt ein Internetstar.“

„Von wegen.“ Hark schüttelte energisch den Kopf. „Fotogen bist nur du. Deinetwegen können die Leute den Blick nicht von dem Video wenden. Wie du mich bei der Hand ergreifst! Dagegen wirke ich wie ein armer Tollpatsch, der seinem rettenden Engel hinterherstolpert.“

„Da täuschst du dich.“ Levke widersprach ihm energisch. „Im Gewusel der Theaterspieler siehst du aus wie ein Fels in der Brandung. Du bist so groß, dass du alle überragst und deine meergrünen Augen blitzen. Ich könnte mich direkt in das Reel von dir verlieben.“

Im blassen Herbstlicht war sie sich nicht sicher, aber sie hatte das Gefühl, dass Harks Wangen sich trotz der Kälte röteten.

„Und ich von dir“, sagte er leise.

Sie sonnte sich einen Moment in seinem Blick, doch dann senkte sie den Kopf.

Bis vor Kurzem hatte sie geglaubt, aus ihrer Sympathie für Hark würde mehr entstehen - vielleicht sogar sehr viel mehr. Sie fühlte sich wohl an seiner Seite, und das nicht nur, weil er ein großer, gutaussehender Mann mit klarem Blick und kräftigen Händen war. Sie hatte ihn schon gemocht, als sie beide noch Schüler gewesen waren, aber der Altersunterschied von sechs Jahren hatte damals eine nicht zu überbrückende Distanz dargestellt.

Heute spielte er kaum mehr eine Rolle. Sie wusste zu schätzen, wie liebevoll Hark ihr begegnete, wie ernst er sie nahm. Und ja, er erweckte in ihr ein warmes Gefühl. Aber seit einiger Zeit spielte sie in Gedanken mit anderen Plänen: solchen, die sie von Amrum wegführen würden.

Als sie vorhin Harks Gespräch mit dem Immobilienhai belauscht hatte, war das der letzte Anstoß gewesen und ihre Entscheidung gefallen.

„Keiner von uns konnte wissen, dass das Reel mit uns solche Wellen schlagen würde.“ Levke sah wieder hoch, ohne Harks gemurmeltes Geständnis zu kommentieren. „Niemand hat es so geplant, aber die Folgen sind doch recht günstig. Das Hotel Dünenglück schwimmt im Moment in Anmeldungen.“

„Es ist ein Erfolg“, gab Hark ihr widerstrebend recht, „aber nur für Kaja und nicht für mich.“ Kaja war Harks Schwester und zusammen mit ihrem Bruder, ihrer Zwillingsschwester Elin und dem Vater Joris Miterbin des Familienhotels Dünenglück. Seit ihre Mutter vor einigen Monaten verstorben war, leitete sie es als Geschäftsführerin.

„Du weißt, ich wollte, dass das Hotel verkauft wird, und das will ich immer noch“, fuhr Hark fort. „Mir bringt es nichts, wenn mein Erbteil im Dünenglück steckt. Und ich will nichts in Raten ausgezahlt haben. Mit einer großen Summe aus dem Verkaufserlös könnte ich meinen eigenen Reetdachdeckerbetrieb gründen.“

Levke schaute nachdenklich auf die Bucht. Die Flut war vorbei, und das Wasser wich langsam zurück. Schon kam zwischen dem trockenen Sandstrand und dem Meer ein dunkler, feuchter Streifen zum Vorschein.

Sie riss sich von der Idylle los und wandte sich Hark wieder zu. „Ich frage mich, ob ein eigener Betrieb wirklich das Richtige für dich ist. Ist dir klar, wie viel Papierkram der Geschäftsführer eines Betriebs erledigen muss?“ Levke lachte. „Kostenvoranschläge erstellen, Rechnungen schreiben, Arbeitskräfte suchen und natürlich Material bestellen. Und dann die Reklamationen. Es gibt immer Leute, die einfach nicht bezahlen wollen. Und, und, und. Ich dachte, du bist ein geborener Handwerker und möchtest mit den Händen arbeiten?“

„Ich meine Kaja zu hören.“ Hark machte ein verdrossenes Gesicht. „Sie sagt genau dasselbe. Hast du mit ihr über mich geredet?«

Levke nickte. »Sie meinte, es wäre Jahre her, seit du deinen Meister gemacht hast, und du hättest keine Erfahrung im Leiten eines Betriebs.«

„Ich hasse es, wenn zwei sich gegen mich verbünden.“

Levke sah bestürzt, dass Harks Gesicht sich verzog.

„Ach, Hark. Sei mir nicht böse.“ Levke legte ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm. „So sollte es nicht klingen. Aber deine Schwester ist eine tolle Chefin, darum nehme ich das, was sie sagt, schon ziemlich ernst.“

Hark schnitt eine Grimasse. „Kaja kommt mir ständig in die Quere. Zuerst beim Verkauf des Hotels. Und jetzt erneut, weil sie dich gegen mich einnimmt.“

Levke schüttelte energisch den Kopf. „Kaja hat mir gegenüber noch nie ein böses Wort gegen dich verloren. Ich sehe nur, wie sehr sie um das Hotel kämpft, und das verstehe ich gut. Es ist einfach ein großartiges Haus, um das es jammerschade wäre.“

Hark stöhnte. „Alle sind sich einig gegen mich.“ Er blieb stehen und sah aufs trocken laufende Watt hinaus. „Dabei will ich einfach nur meinen Anteil vom Erbe. Ist das zu viel verlangt?“

„Spürst du denn nicht, dass im Hotel Dünenglück alle zufrieden und glücklich sind?“, fragte Levke. „Die Gäste genauso wie das Personal? Ist das denn nichts wert?“

„Nein, offen gesagt, spüre ich das nicht. Seit Mutters Tod gibt es außer Vater nichts mehr, was mich dorthin zieht. Und er wäre das Hotel ebenfalls am liebsten los. Er behält es nur um Kajas willen. Du dagegen gehörst nicht einmal zur Familie. Wieso arbeitest du so gerne dort?“

„Weil meine Kolleginnen so nett sind. Weil die Atmosphäre in der Küche stimmt. Weißt du, dass in anderen Restaurants manchmal Töpfe und sogar Messer fliegen? Weil meine Chefin toll ist - deine Schwester Kaja, die du komischerweise nicht magst.“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge dachte Levke, dass das alles wohl bald hinter ihr liegen würde. Denn sie hatte beschlossen, noch einmal ganz neu anzufangen.

„So etwas könntest du auch in vielen anderen Hotels auf Amrum finden“, sagte Hark. Er wirkte überhaupt nicht von ihren Worten überzeugt. Mit einem letzten Blick auf den schimmernden Horizont wandte er sich vom Watt ab und ging weiter. „Kaja hat jahrelang für fremde Hotels gearbeitet. Es gibt keinen Grund, warum sie das nicht wieder tun sollte. Elin lebt inzwischen in Frankreich, und wer weiß, ob sie jemals zurückkommt. Und Vater hängt nicht mehr am Gästebetrieb, seitdem Mutter tot ist. Das hat er immer wieder gesagt. Daher habe ich mich sehr gefreut, als Herr Nierenstein wieder Kontakt zu mir aufgenommen hat.“

Jetzt waren sie also beim Sprengstoff in ihrer Freundschaft angekommen. Levke runzelte missbilligend die Stirn. „Was wollte der gemeine Kerl?“

Hark warf ihr von der Seite einen beschwichtigenden Blick zu, woraus sie schloss, dass seine Worte gleich schmerzhaft sein würden.

„Mapimar hat mir eben noch einmal ein Kaufangebot für das Hotel unterbreitet. Ich möchte, dass wir Erben das Angebot annehmen.“

„Der Kerl soll doch endlich seine gierigen Krallen von eurem Familienhotel lassen.“ Das Wort Familienhotel betonte Levke besonders. Als müsste das schöne Wort allein reichen, Hark endlich zur Einsicht zu bringen.

Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. Aus dem Augenwinkel musterte Levke das Watt, wo das Wasser inzwischen weit zurückgewichen war und grünlichen Schlick hinterlassen hatte. Vereinzelt glänzten ein paar Tümpel im blassen Sonnenlicht.

Statt zu widersprechen, wandte Hark sich ihr zu und betrachtete sie bewundernd. „Du kannst toll nähen“, sagte er. Er trat ein paar Schritte von Levke weg und musterte ihre lässige Hose und die wattierte Herbstjacke. Beides hatte sie selbst entworfen und es saß perfekt. Levke wusste, dass das Grün der Jacke die fröhlichen Sommersprossen auf ihren Wangen und die rotblonden Haare unterstrich.

Nein, Hark stritt sich nicht gern mit ihr. Das war Levke klar und das bestätigte sich mit diesem Themenwechsel. Er tat alles, um einem Zank über seine Verkaufsabsichten auszuweichen. Doch das, was sie ihm jetzt zu sagen hatte, würde für ihn schwer zu verdauen sein.

„Ich habe vor, mein Hobby zum Beruf zu machen“, erklärte sie. Sie blieb stehen und sah ihm in die Augen. „Deshalb spielt die Frage, ob das Hotel Dünenglück im Familienbesitz bleibt, für mich keine so große Rolle mehr.“

„Du willst mit dem Nähen Geld verdienen?“, fragte Hark interessiert. „Das ist toll. Du entwirfst so großartige Sachen, die Leute werden sich darum reißen.“

Levke holte tief Luft. „Aber ich werde nicht hierbleiben. Nicht hier auf Amrum“, ließ sie die Bombe platzen.

„Du möchtest weggehen? Ich dachte, du liebst unsere Insel.“ Hark sah sie mit offenem Mund an. „Hast du nicht immer gesagt, du fühlst dich hier rundum wohl?“

Levke runzelte nachdenklich die Stirn. „Anfangs war es nur ein Gedankenspiel. Ich musste mir ja überlegen, was ich machen sollte, falls das Hotel Dünenglück verkauft wird.“

„Ich dachte, du fängst einfach in einem anderen Restaurant an.“

Sie spürte, dass Hark ihr gut zureden wollte. „Es gibt hier doch mehr als genug Lokale. In Wittdün. Oder meinetwegen in Nebel. Und sie suchen händeringend Personal.“

„Das stimmt.“ Der Wind wehte Levke die rotblonden Locken in die Augen, aber sie schüttelte sie zurück. „Aber ich hatte einfach keine Lust dazu. Wenn schon, denn schon habe ich gedacht. Wenn schon etwas Neues, dann auch richtig.“

„Und dazu musst du Amrum verlassen?“, fragte Hark unglücklich und suchte ihren Blick. „Du könntest doch auch hier eine Schneiderei eröffnen.“

„Hier auf Amrum hat es noch niemand mit eigenen Entwürfen versucht.“ Mit einem Blick bat Levke um sein Verständnis. „Die Hürden sind hoch. Wo finde ich ein geeignetes Ladenlokal? Kann ich genug verdienen, um die Miete zu erwirtschaften? Berlin dagegen ist ein Hotspot für junge Modedesignerinnen. Das habe ich im Internet gesehen. Vielleicht kann ich mir mit einer von ihnen ein Atelier teilen. In Berlin liegt Kreativität in der Luft, da steckt eine die andere an.“

„Denkst du etwa, in einer Großstadt wären die Hürden für dich niedriger? Hast du nicht mitbekommen, wie schwer es dort ist, eine Wohnung zu finden? Noch schlimmer als auf Amrum.“

„Wenn ich erst vor Ort bin, kann ich das Problem sicherlich lösen.“ Levke sah ihn überzeugt an.

Mit einem verlorenen Blick schaute Hark aufs zurückweichende Wasser der Bucht hinaus. „Hätte ich doch die Finger vom Verkauf des Hotels Dünenglück gelassen“, sagte er leise. Er machte ein verzweifeltes Gesicht.

Levke lächelte ihm aufmunternd zu. „Sicher hast du damit den Stein ins Rollen gebracht. Sonst wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, von hier wegzugehen. Aber vielleicht ist es ja gut so. Ich will mir etwas den Wind um die Nase wehen lassen. Amrum ist so klein und die Welt so groß. Eine Herausforderung wird mir bestimmt guttun.“

„Und du bist fest entschlossen zu gehen?“

Levke seufzte. „Nicht ganz. Ich muss noch mit meinen Eltern reden. Sie müssen diese bittere Pille noch schlucken. Der Gedanke daran tut mir weh.“

„Überleg es dir noch einmal“, bat Hark sie eindringlich. „Bestimmt findest du eine Möglichkeit, hier deine Begabung auszuleben und mit Schneidern Geld zu verdienen. Dafür musst du nicht nach Berlin ziehen.“

„Ach, Hark.“ Levke strich ihm über die Schulter. Eine tröstende Geste. Sie begriff gut, wie sehr ihr Weggang ihn schmerzen musste. Schließlich hatten sie sich vielleicht beide einmal eine Beziehung gewünscht. Levke mochte Hark wirklich sehr. Aber ihn in die Großstadt zu verpflanzen, war ausgeschlossen. Eine Dünenrose gedieh nicht zwischen Betonmauern und Auspuffgasen.

Würde sie selbst dort gedeihen?

Rasch wischte sie ihre Zweifel beiseite. „Wenn ich auf dich hören würde, würde ich den Bock zum Gärtner machen.“

„Wie meinst du das?“, fragte Hark. „Willst du damit andeuten, dass ich dich zum Fressen gern habe?“

Levke lachte. „Nein. Aber du wünschst dir so dringend, dass ich hierbleibe, da wirst du immer einen Grund finden, warum ich nicht nach Berlin gehen sollte. Du bist kein neutraler Ratgeber und hast dein ganz eigenes Interesse, nämlich dass ich bleibe. Darum kann ich deinen Rat nicht annehmen.“

Levke

Levke tat sich schwer mit dem, was sie Kaja sagen wollte. Sie hatte noch einige Tage mit sich gerungen, doch jetzt, eine Woche nach ihrem Gespräch mit Hark, stand ihr Entschluss fest. Ihren Eltern hatte sie bereits Bescheid gegeben. Ihre Mutter hatte geweint, ihr Vater ein verbissenes Gesicht gemacht, doch mit so etwas mussten auch andere Eltern fertigwerden.

Am Ende der Frühstücksschicht verließ Levke das Restaurant und ging durch die Lobby. Kurz verweilte ihr Blick auf den großen Inselfotos, die noch Kajas Mutter, die verstorbene Antje Clausen, hatte aufhängen lassen. Blau spiegelndes Meer hing neben Bildern von Dünen und Strandkörben. Ein paar Möwen flatterten am Himmel. Strandhafer wogte im Wind. Sie ging an der Rezeption vorbei und klopfte an Kajas Bürotür. Als das „Herein“ ertönte, trat sie ein.

„Hallo Levke.“ Kaja, die an ihrem Schreibtisch saß, wandte sich vom Bildschirm ab und lächelte sie freundlich an. „Setz dich.“ Sie deutete auf einen Stuhl. „Was gibt es?“

Levke fand die richtigen Worte nicht. Sie wollten nicht aus ihrem Mund. „Also …“, begann sie und setzte sich zögernd auf einen Stuhl vor Kajas Schreibtisch. Sie knetete die Hände.

Kaja nickte ihr aufmunternd zu.

„Ich habe hier wirklich immer gern gearbeitet“, stotterte Levke. Sie ärgerte sich, dass sie so nervös klang. „Das weißt du.“ Da Levke und Kaja gemeinsam auf die Inselschule gegangen waren – die Öömrang Skuul, wenn auch mit mehreren Jahren Abstand –, kannten sie sich von Kind an und duzten sich.

Kaja sah sie betroffen an. „Das klingt, als wäre das nun Vergangenheit.“

Levke nickte. „Ich habe beschlossen, Amrum zu verlassen“, stieß sie heraus.

Kaja biss sich auf die Unterlippe. „So plötzlich?“, fragte sie. „Wollten deine Eltern nicht ein Haus für dich bauen? Das du dann hättest mieten können?“

Levke nickte und seufzte zerknirscht. „So war es geplant. Meine Mutter hat geweint.“ Sie spürte, dass ihre Mundwinkel sich nach unten verzogen. Wieder einmal begriff sie, wie traurig der Abschied sie machen würde.

„Ist denn etwas passiert?“, fragte Kaja. „Bist du hier unzufrieden?“

Levke schüttelte energisch den Kopf. „Ich habe hier immer sehr gern gearbeitet“, erklärte sie voller Überzeugung. „Und das hat sich nicht geändert, Kaja.“

Kaja sah sie fragend an. „Möchtest du mir sagen, warum du Amrum verlassen möchtest?“

Levke mochte Kaja aufrichtig gern. Bisher hatte sie nur mit ihren besten Freundinnen über ihre Träume geredet, doch nun hatte sie vor, damit ernst zu machen. Und so vertraute sie sich schließlich ihrer Chefin an. „Ich habe im Internet recherchiert und gesehen, was für eine lebendige Szene von Modedesignerinnen es in Berlin gibt. Und ich würde so gern mein Hobby zum Beruf machen.“

„Du meinst, du möchtest mit dem Entwerfen von Kleidern Geld verdienen?“

Levke kleidete sich fast immer in selbst designte Sachen. Heute zum Beispiel trug sie einen schicken Hosenanzug aus einem grünblauen Baumwolltwill. Kaja hatte ihr oft gesagt, wie sehr sie Levke für ihr Nähtalent bewunderte. Jetzt würde sie hoffentlich auch Verständnis zeigen. Levke nickte. „Berlin ist ein Hotspot der Modedesignerszene, und genau dort möchte ich nun hin.“

Vor der nächsten Frage schien Kaja zu zögern. Sie biss sich erneut auf die Unterlippe. „Und deine Entscheidung hat nichts damit zu tun, dass dir dein Arbeitsplatz im Hotel Dünenglück unsicher erscheint? Wegen des ganzen Theaters um Harks Verkaufsabsichten?“

„Doch, schon.“ Levke empfand es fast so, als könnte Kaja in sie hineinschauen. „Als ich das Gefühl bekam, dass meine Stelle hier wackelt, musste ich überlegen, was ich mache, sollte ich sie verlieren. Und plötzlich war mir klar, statt mich von der Veränderung überrollen zu lassen, wage ich selbst den ersten Schritt. Kaum hatte ich mir das überlegt, war der Gedanke da, mir ein Leben als Modedesignerin aufzubauen.“

„Deinen Weggang habe ich also Hark zu verdanken?“, fragte Kaja verbittert. „Es ist so, wie ich es immer befürchtet habe. All diese Unruhe, die er erzeugt hat, vertreibt mein Personal?“

„Ich glaube nicht, dass die anderen Wechselabsichten haben.“ Levke wusste, dass Kaja und Hark sich nicht gut verstanden. Keinesfalls wollte sie die Spannungen zwischen ihnen noch anheizen.

Kaja seufzte. „Es ist nicht einfach, ein Hotel mit vier Eigentümern auf Kurs zu halten, auch wenn Elin hinter mir steht und ich meinen Vater zu uns Schwestern hinüberziehen konnte. Aber Hark macht mir das Leben nicht leicht, und diese Unruhe pflanzt sich bis ins Personal fort.“

„Hark hat einfach andere Interessen“, murmelte Levke. Früher hatte sie Hark seine Verkaufsabsichten auch selbst übelgenommen. Seitdem sie beschlossen hatte zu gehen, wollte sie in diesem Machtkampf, der seit Längerem zwischen Kaja und ihrem Bruder tobte, nicht mehr Partei ergreifen.

Kaja verzog das Gesicht. „Ja, so sagt er.“ Sie sah Levke an, ein bedauerndes Lächeln auf den Lippen. „In jedem Fall wünsche ich dir viel Glück. Wann möchtest du denn gehen?“

Das war keine schwere Frage. „So bald wie möglich“, antwortete Levke mit einem leichten Anflug von Erleichterung.

„Die offizielle Kündigungsfrist beträgt drei Monate“, erklärte Kaja.

„Oje.“ Levke schaute sie bestürzt an. „Im Moment ist das so ein unangenehmer Schwebezustand. Nicht mehr hier und noch nicht weg. Diese Situation würde ich gern so bald wie möglich beenden.“

„Das sehe ich ein.“ Kaja warf ihr einen freundlichen Blick zu und nickte schließlich. „Wenn du willst, lasse ich dich früher gehen. Gerade hat die Nebensaison begonnen, da brauchen wir nicht mehr so viel Personal. Wenn du in den nächsten Tagen aufbrechen willst, kannst du das machen. Aber vergiss nicht: Falls du an eine Rückkehr denkst, haben wir hier immer einen Platz für dich.“

Hark

Nach seinem Gespräch mit Levke schlief Hark mehrere Nächte schlecht. Ob er wollte oder nicht, er wachte regelmäßig in den frühen Morgenstunden auf – den Kopf voll wirrer Träume und Gedanken an die Frau, die er so reizvoll fand. Hatte er sie mit seinem Bestreben, das Hotel Dünenglück zu verkaufen, wirklich von Amrum vertrieben? Es wäre ein vollkommen unbeabsichtigter und unerwünschter Kollateralschaden seiner Bemühungen, das Geld für die Gründung eines Reetdachdeckerbetriebs zusammenzubekommen.

Schlaflos wälzte er sich hin und her. War Levke endgültig zum Gehen entschlossen, oder könnte er sie noch zurückhalten?

Die Tatsachen waren, wie sie waren, seine und Kajas Interessen einander entgegengesetzt, und er wusste nicht, wie er an dieser Realität etwas ändern sollte.

Nach einer unruhigen Nacht erwachte Hark am Samstagmorgen müde und erschöpft. Beim Frühstück schaute er auf den Reetmann, den er kürzlich aus Schilf und Draht gebunden und in seiner Wohnung aufgestellt hatte. Dafür hatte er einfach ein paar Reetbunde aus dem Betrieb seines Chefs mitgenommen. Eigentlich hatte er auch noch eine Reetfrau binden wollen, doch jetzt hatte er so eine Ahnung, als würde der Reetkerl allein bleiben.

Er beschloss, Elin anzurufen, um auf andere Gedanken zu kommen. Sie war Kajas Zwilling, und beide waren ein Herz und eine Seele, aber im Unterschied zu Kaja war Elin sanft und immer freundlich. Mit ihr verstand Hark sich gut. Elin arbeitete derzeit als Köchin in Lyon, aber Hark und sie ließen den Kontakt niemals ganz abreißen. Und wenn er ein Problem hatte, hatte Elin immer ein offenes Ohr für ihn und manchmal auch einen guten Rat.

Er erzählte ihr von dem Gespräch mit Levke und fühlte schnell, wie Elin ihn mit ihrer ruhigen, ausgleichenden Art aufmunterte.

„Das Schlimmste ist, dass ich das Gefühl habe, Levke vertrieben zu haben“, berichtete Hark. „Hätte ich mit meiner Verkaufsabsicht nicht so viel Unruhe ins Hotel gebracht, wäre sie wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, Amrum zu verlassen.“ Mit seiner freien Hand klemmte er den Reetmann unter den Arm, trug ihn aus seiner Wohnung auf die Terrasse und warf ihn mit dem Gesicht nach unten auf die Steinplatten. Wenn er keine Reetfrau binden würde, musste der Kerl auch nicht länger in der Wohnung stehen. Vielleicht würde er ihn wegwerfen.

„Ich dachte, sie und ich steuerten auf eine Beziehung zu“, fuhr Hark fort.

„Ja, ich weiß, du magst sie sehr.“ Elin wusste gut über ihn Bescheid.

„Irgendwann hat sie aufgehört, Einwände gegen den Verkauf zu erheben.“ Hark drehte sich langsam um und kehrte in die Wohnung zurück.

„Und damit warst du wohl ganz zufrieden?“ Elins Stimme klang freundlich. Es war nicht ihre Art, irgendjemanden zu verurteilen.

„Ja, natürlich. Damals dachte ich, sie hätte eingelenkt. Jetzt dagegen weiß ich, dass sie in dieser Zeit längst den Entschluss gefasst hat, es als Schneiderin in Berlin zu versuchen.“

„Als Schneiderin?“, fragte Elin skeptisch. Sie kannte sich mit solchen Sachen besser aus als er.

„Ja, was weiß ich. Sie nennt es Modedesign. Aber Schneiderin oder Modedesignerin, das ist doch dasselbe, oder?“

„Na ja.“ Hark hörte ein Lächeln in Elins Stimme. „Levke würde das wahrscheinlich anders sehen.“

„Jedenfalls finde ich, sie könnte auch auf Amrum Schneiderin werden. Oder meinetwegen Modedesignerin. Wieso muss sie dazu nach Berlin gehen? Sie könnte halbtags im Hotel Dünenglück arbeiten und den Rest der Zeit schneidern. Oder meinetwegen designen. Das wäre doch was, oder?“

„Ein guter Plan. Nur müsste das Hotel Dünenglück dazu weiterhin bestehen.“

Hatte Elin hier vielleicht die Lösung des Problems gefunden? Seine kluge Schwester?

„Du meinst, das würde Levke überzeugen?“

„Keine Ahnung, aber die Karten wären dann neu gemischt. Es wäre eine neue Situation, und sie könnte sich alles noch einmal überlegen.“

Hark ließ sich Elins Worte durch den Kopf gehen. Sie legte den Finger dahin, wo es wehtat, aber war das nicht der Punkt, von dem die Heilung ausgehen musste? Er dachte nach und schwieg.

Elin ließ sich von seinem Verstummen nicht beirren. Dafür kannte sie ihn zu gut. „Vielleicht kann Kaja sich das Geld ja leihen“, fuhr sie fort. „Mir ist da eine Idee gekommen.“

Hark setzte Teewasser auf. „Du weißt doch, dass Papa niemals zulassen wird, dass sie einen Kredit aufnimmt. Von Anfang an war er eisern gegen eine Hypothek auf das Hotel.“

„Also, meine Idee ist folgende.“ Er spürte den Eifer, mit dem sie ihm ihre Gedanken erklärte. „Kaja hat ein Sechstel vom Hotel geerbt. Also müsste sie dieses Sechstel separat beleihen können. Auch ohne Papas Zustimmung.“

„Ich weiß nicht, ob die Banken so was machen“, sagte Hark nachdenklich.

„Ich auch nicht, Hark, aber einen Versuch ist es wert. Du solltest mit Kaja darüber reden.“

Mit dem Telefon in der Hand tigerte Hark hin und her. Bei dem Gedanken an ein solches Gespräch mit Kaja setzten sich seine Beine von ganz allein in Bewegung. „Willst nicht du das machen?“, fragte er. „Wenn ich mit Kaja rede, streiten wir uns ja doch nur.“

„Ja, sicher! Ihr seid beide Dickköpfe. Und ihr verbeißt euch total in das, was ihr wollt. Ihr seid euch einfach zu ähnlich. Kein Wunder, dass es zwischen euch ständig rumst.“

Hark wusste, dass Elin recht hatte, auch wenn ihr Urteil wehtat. Das Teewasser war inzwischen heiß geworden. Er ließ es kurz blubbern, bevor er auf den Ausschalter drückte und einen Becher aufgoss. „Eben, genau das meine ich. Deshalb ist es vielleicht besser, wenn du ihr den Vorschlag machst.“

Elin stieß die Luft aus, als dächte sie nach. „Nein“, sagte sie schließlich. Obwohl sie mehr als tausend Kilometer entfernt war, klang ihre Stimme nah. „Es ist gut, wenn Kaja merkt, dass du dir Gedanken machst und dir das Hotel nicht gleichgültig ist.“

„Aber es waren doch deine Gedanken“, wandte Hark ein.

„Trotzdem fände ich es besser, wenn du die Initiative ergreifst.“ Elins Stimme war freundlich, aber fest. „Vielleicht kriegt ihr ja die Kurve, Kaja und du, und ihr könnt euch versöhnen. Wenn ihr an einem Strang zieht, findet ihr möglicherweise eine Lösung, die euch beide zufriedenstellt.“ So wie Elin es sagte, klang es ganz einfach. Aber nicht jeder hatte ihr sanftes Temperament.

„Meinst du denn, meine Beziehung mit Levke hat eine Chance, wenn ich mich erst einmal mit Kaja arrangiert habe?“

Hark hörte Elin seufzen.

„Das weiß ich nicht, Hark“, antwortete sie schließlich. „Ich bin so weit weg von euch. Dich und Levke habe ich noch nie zusammen erlebt. Hier in Lyon gefällt es mir gut, aber manchmal wünschte ich mir, ich wäre näher bei euch. Telefon hin oder her, ganz oft komme ich mir richtig abgeschnitten vor von eurem Leben auf Amrum.“

„Du musst halt wieder herziehen“, schlug Hark eifrig vor. „Und die Küchenleitung des Hotelrestaurants übernehmen.“

Elin lachte. „Ja, genau, im Restaurant des Hotels, das du verkaufen willst.“

Hark schluckte. Schon wieder hatte er ein schlechtes Gewissen. Dabei wollte er doch nur jenen Teil vom Erbe, der ihm zustand. Es wurde Zeit, dass er mit Kaja zusammen eine Lösung fand.

Als er aufgelegt hatte, ging er nachdenklich auf die Terrasse. Dort lag der Reetmann neben ein paar letzten blühenden Asternstauden. Er hob ihn auf und sah ihn an. „Du bist genauso allein wie ich“, sagte er. „Da können wir auch Kumpel sein.“ Er schraubte den Stil vom Besen und band ihn mit Draht am Reetmann fest. Dann stieß er den Stab tief in die Erde. „So“, sagte er. „Da stehst du jetzt. Ich nenne dich Okke. Wir zwei halten zusammen. Mal sehen, ob du eine Frau bekommst. Falls ja, musst du mich zur Hochzeit einladen.“