Interview Liebesroman-Autorin Jessica Graves im Gespräch

Wie heißt du und was schreibst du? 

Mein Name ist Jessica Graves, ich schreibe seit 2020 Romance und Dark Romance im hetero und queeren Bereich. Inzwischen habe ich 21 Romane im Selfpublishing veröffentlicht. Meine Hauptzielgruppe sind Menschen zwischen 18 und 50, die noch an die Liebe glauben, selbst wenn man sich den Weg dorthin erkämpfen muss. Zuletzt erschien „Vegas Mafia Prince“, eine Bully Romance zwischen einem Mafiaprinzen und einer Polizistentochter. Ich freue mich sehr, mit Bound by the Devil bei Digital Publishers mein erstes Verlagsbuch zu veröffentlichen, noch intensiver und dunkelromantischer als meine vorherigen Bücher.

 

Was macht dich und deine Bücher besonders?

Ich schreibe zwar dark, aber mit Logik und moralischem Kompass, auch wenn man das meinen Figuren nicht immer gleich anmerkt. Ich will, dass ihr euch in die Charaktere verliebt, sogar in die unausstehlichen. Außerdem habe ich einen großen Wissensdurst, recherchiere besonders gern Aspekte, die es für einen Kampf oder andere intime Begegnungen braucht (Waffen, BDSM-Variationen etc.), und dadurch werden meine Geschichten greifbar und echt.

 

Was hat dich ursprünglich zum Schreiben gebracht?

Ich habe nach einem Ausweg gesucht und ihn im geschriebenen Wort gefunden. Inzwischen ist das Schreiben keine Flucht mehr, doch ich freue mich immer noch, mit ein paar Buchstaben Tore in fremde Welten öffnen zu können.

 

Wie viel von dir steckt in deinem Buch oder deinen Figuren?

In jedem meiner Bücher steckt ein Teil von mir. Charakterlich haben beide Männer Eigenschaften von mir bekommen. Angelo hat meine Direktheit, auch wenn ich sie noch einmal ordentlich hochgeschraubt habe. Dante mein strategisches Denken – und auch hier habe ich es bei ihm auf die Spitze getrieben.

 

Wenn dein Buch einen Soundtrack hätte, welcher Song wäre der Titelsong?

Witzig, dass ihr fragt. Gerade bei diesem Buch dachte ich mir: „Ich habe einen Titelsong für das Buch, der wie die Faust aufs Auge trifft!“ – und das ist von Taylor Swift „Don’t Blame Me“, weil es davon handelt, dass man nicht von jemandem loskommt, obwohl alles dagegensprechen sollte. Es handelt von unendlicher Aufopferung, selbst wenn es sich ins Toxische wandelt. Das fängt Bound by the Devil perfekt ein.

 

Was war die schwierigste Szene zu schreiben – und warum?

Es gibt eine Szene gegen Ende, wo Dante in seinem Bett eine Botschaft findet. Diese Szene fiel mir am schwersten. Ich habe so was vorher noch nicht geschrieben und es hat mir einiges abverlangt, den Blick der Leserschaft und meinen eigenen unverändert darauf zu lenken, obwohl ich mich am liebsten selbst abwenden wollte.

 

Was hast du bei der Recherche gelernt, das du nie erwartet hättest?

Wie „leicht“ es in New York ist, als Anwalt Türen und Tore zu öffnen, um bei seinem Mandanten zu sein. Und wie unterschiedlich ein Strafmaß für diverse Vergehen in Amerika im Vergleich zu hier gehandhabt wird. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ein fähiger Anwalt und ein hochkrimineller Mafiaboss haben ernüchternd viele Möglichkeiten, ihre eigenen Interessen durchzusetzen – was für meine Geschichte großen Freiraum bedeutete, in der Realität allerdings eher besorgniserregend ist.

 

Was war deine größte Herausforderung beim Schreiben?

Ich bin es nicht gewohnt, dass Hass und Kampf so lange so tief gehen. Dass Charaktere davon dermaßen zerfressen sind. Von Anfang an war die Geschichte düsterer als alles, was ich je zuvor geschrieben habe. Die Wucht dessen hat mich phasenweise sehr gefordert, auch weil ich es nicht abmildern wollte. Ich wollte der Dynamik gerecht werden, die beide durchleben.

 

Welches Getränk wäre dein Buch: Espresso? Eistee? Rotwein?

Um einmal Dante zu zitieren: Kaffee, ohne Milch und Zucker, stark und bitter, wie Angelo.

 

Hast du eine kurze Nachricht oder ein paar Worte für deine Leser?

Wer mich kennt: Wappnet euch, es wird härter als bisher, aber ich verspreche, es lohnt sich.

Wer mich nicht kennt: Lasst mich euch bei der Hand nehmen, ich führe euch in die Tiefe und durch die dunkelste Schwärze. Wir werden sicher am anderen Ende rauskommen, doch eventuell werdet ihr danach verändert sein.