Worum geht es in deinem Buch Tatort Norden – Ostfriesland sehen und sterben?
In einer verlassenen Hotelruine im ostfriesischen Norden wird ein Mann brutal erschlagen. Ein Kristallsplitter in seinem Schädel gibt den Kommissaren Onno Schoolmann und Martin Gerdes erste Hinweise und wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.
Die Ermittlungen führen in die Vergangenheit eines einst gefeierten Sportlers und in die Gegenwart einer einflussreichen Familie. Bald stoßen die Kommissare auf Drohungen, alte Freundschaften und ein Milieu, in dem Geld, Macht und Schweigen regieren. Für Onno wird der Fall zunehmend zur persönlichen Belastung, als sich unerwartete Verbindungen zu einem ungeklärten Mord aus seiner eigenen Vergangenheit auftun. Und schnell wird klar: Dieser Fall ist persönlich. Und er ist noch lange nicht vorbei.
Dein Krimi spielt in Ostfriesland. Welche Atmosphäre erwarten deine Leser:innen?
Mein Schauplatz ist die raue ostfriesische Küste, wo das flache Marschland auf die unberechenbare Nordsee trifft. Die Atmosphäre ist geprägt von der Weite des Horizonts, wo Ebbe und Flut ihr eigenes Spiel treiben und der Deich die einzige Grenze ist.
Gab es beim Schreiben einen Moment, der dich emotional besonders gepackt hat?
Zu der St. Marien Kirche in Leer habe ich eine besondere, wunderbare Bindung und ich kann mich noch heute an die verschneite Straße vor dem Gebäude erinnern. Dort ist Emma, eine der Hauptfiguren, die ich erst im zweiten Teil, „Ostfriesland sehen und sterben“, eingebaut habe aufgewachsen.
Hattest du beim Schreiben ein bestimmtes Bild oder Zitat im Kopf, das dich begleitet hat?
Ich mag wiederkehrende Zitate oder Gewohnheiten, die einem:r Protagonisten:in zugeordnet werden können. Das gibt mir als Autorin und dem:r Leser:in eine Vertrautheit mit dem Charakter.
Onno Schoolmann sagt häufiger: „Nun pass mal auf“, wenn er seinem Freund Gordi einen Rat geben will.
Gordi trägt immer ein frisch gebügeltes Taschentuch bei sich. Das hat er von seiner verstorbenen Tante gelernt, die er sehr liebte.
Diese Eigenschaften habe ich fast immer im Kopf beim Schreiben.
Gibt es ein Genre dass dir besonders Spaß macht? Was schreibst du gerade?
Ich liebe einfallsreiche Geschichten, mit poetischem Touch, ohne kitschig zu werden. Nach der Ideenfindung entscheide ich erst in welches Genre ich die Story packe. Zurzeit arbeite ich an einer Dark Romance. Parallel bereite ich den dritten Teil meiner Ostfriesenkrimireihe vor. Ich lebe in meinen Geschichten und fühle mich wohl dabei.
Was hat dich ursprünglich dazu gebracht Autorin zu werden?
Schon als Kind habe ich mir Geschichten ausgedacht. Das half mir beim Einschlafen bis ins Erwachsenenalter. Irgendwann habe ich angefangen, diese Einfälle aufzuschreiben. Und das ist es. Nicht mehr und nicht weniger. Bücher sind Geschichten, eigene Welten, durch Fantasie entstanden. Sie bieten ein Zuhause, Schutz und eine Zuflucht in einer Welt, wo es keine mehr gibt.
Was liest du privat am liebsten und was war dein letztes Highlight?
Die historischen Romane aus dem antiken Rom von Steven Saylor. Sie sind gut recherchiert und er hat eine philosophische Schreibweise, ohne pathetisch zu werden. Sie vereinen verschiedene Genres: antiker Krimi, Liebesroman und Abenteuerroman.