Leseprobe Verliebt in den Ostseewellen | Eine wholesome Romance an der Ostseeküste

Kapitel 1 Deborah

Ihre eigene Praxis, ihr neues Leben. Schon bevor der Wecker klingelte, lag Deborah wach im Bett und lauschte auf die ungewohnten Geräusche, die durch das geöffnete Fenster drangen. Das sanfte Rauschen der Ostsee, Vögel, die den kommenden Tag begrüßten und dazu fröhliche Kinderstimmen, die es nicht mehr erwarten konnten, endlich an den Strand zu kommen.

Und dazu der süßliche Duft nach Sommerblumen, genauso hatte sich Deborah den perfekten Tag stets vorgestellt. Glücklich über ihre Entscheidung und die Chance, die ihr das Leben an der Ostsee bot, warf sie die dünne Leinendecke zur Seite und reckte sich ausgiebig.

Als Erstes stellte sie ihren Wecker aus, der sich in ein paar Minuten gemeldet hätte. Ihre Muskeln zwickten noch vom Kisten schleppen, dem Möbelrücken und der kleinen, aber sehr gelungenen Eröffnungsfeier.

Da heute die erste offizielle Sprechstunde in ihrer Praxis war, hatte sie in den letzten Tagen zusammen mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder einen Endspurt hingelegt. Nun waren zumindest die Praxisräume bereit für ihren Neustart an der Ostsee.

Deborah freute sich auf die kommenden Tage und auf ihre vierbeinigen Patienten. Nach dem Trubel und dem Stress in einer Hamburger Tierklinik klang die Arbeit hier in ihrer eigenen Praxis mehr als traumhaft und deshalb hatte sie das Angebot nach kurzem Überlegen auch angenommen.

Barfuß lief sie ins Bad und drehte die Dusche auf. Mehrere Minuten lang ließ sie das Wasser über ihren Körper rieseln und spürte wohlig aufatmend, wie sich die Verspannungen lösten. Als nur noch kaltes Wasser kam, drehte sie es ab und kuschelte sich in ihr Badetuch. Rasch die Zähne geputzt und die langen wuscheligen Haare zu einem Zopf geflochten. Zum Schluss ein bisschen Make-up und zufrieden lächelte sie ihrem Spiegelbild zu.

Für den ersten Arbeitstag wählte sie eine dreiviertel Leinenhose und ein Shirt mit Kragen. Das würde perfekt für die kommenden Herausforderungen und ihre Patienten sein. Nach einem prüfenden Blick auf ihr Handy, ob sie eine Nachricht verpasst hatte, lief sie in ihr geräumiges Wohn-Esszimmer.

Noch standen in ihrer Wohnung, die sie zusammen mit den Praxisräumen gemietet hatte, die Kartons wahllos herum. Der dezente Duft nach Farbe lag in der Luft, doch es fühlte sich schon jetzt für sie wie ihr Zuhause an.

Deborah ging zum Kühlschrank und stellte sich aus den Resten von Gestern ein kleines, improvisiertes Frühstück zusammen. Dazu trank sie einen Schluck Tee aus der Thermoskanne, ebenfalls ein Überbleibsel vom vorherigen Tag. Heute Nachmittag musste sie dringend einkaufen gehen. Aber im Augenblick hatte sie vor lauter Aufregung sowieso keinen großen Hunger und da taten es auch ein schrumpeliger Apfel und ein Stück Quiche.

***

Kurze Zeit später schloss sie die Praxisräume auf, die sich im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses befanden. Die Tür knarzte leicht, als sie diese öffnete, und ein lang gezogener Flur begrüßte sie. Links und rechts an den weiß getünchten Wänden hingen witzige Tierporträts, die zumindest die Tierbesitzer für ein paar Augenblicke zum Schmunzeln bringen sollten. Kurz hinter dem Eingang stand der wuchtige Empfangstresen, wo sich die Tierhalter anmelden konnten. Direkt daran anschließend lag auf der rechten Seite der Warteraum und links das Behandlungszimmer, durch das sie auch den OP-Raum betreten konnte. Eine perfekte Kombination, um alles im Blick zu behalten und die Praxis allein bewirtschaften zu können. Sollte sie später gut laufen, konnte sie noch immer über eine Teilzeitkraft nachdenken, die sie unterstützte.

Frohgemut startete sie den Rechner, öffnete die Fenster weit und lüftete ihre Räume. Stolz betrachtete sie ihr Reich, das sie nun ihr Eigen nennen durfte. Die Einrichtung war zwar nicht top modern oder neu, doch für den Einstieg als achtundzwanzigjährige Kleintierärztin ein guter Start. Schließlich hatte sie an Herrn Heidorn, den früheren Tierarzt, nur eine geringe Ablöse zahlen müssen. Und nun, nachdem sie mit der Unterstützung ihrer Familie, die Räume gestrichen und kleinere Renovierungen vorgenommen hatte, konnte sie endlich durchstarten.

Energiegeladen holte sie die Kiste mit den Süßigkeiten hinter dem Tresen hervor und befüllte die bereitgestellte Schale damit. Die weißblühende Orchidee, die ebenfalls dort stand, hatte sie von Herrn Heidorn zur Einweihung geschenkt bekommen. Sie verlieh dem Eingangsbereich ein elegantes Flair.

Auf den Tresen stellte sie außerdem eine Flasche Orangensaft und Sekt. Die zierlichen Sektkelche, die sie zu einer kleinen Gruppe arrangierte, hatte sie von ihrer Großmutter geerbt. Garantiert kamen heute ein paar Besucher, die einen neugierigen Blick in die Praxis werfen wollten.

Deborah nahm ihr Handy und machte rasch ein paar Bilder, die sie ins Familienforum und auf Instagram stellte. Es dauerte nicht lange, da kamen auch schon die ersten Likes. Zumindest im Familien- und Bekanntenkreis hatte sie ihre Fans, wie sie mit einem kleinen Seufzer feststellte.

Nun musste nur noch der berufliche Neustart klappen. Sie biss sich auf die Unterlippe und wanderte zwischen den Räumen hin und her. Aus Erfahrung wusste sie genau, dass es manchmal ruhige Zeiten gab und dann wieder Augenblicke, wo sich die Ereignisse überschlugen. Über einen ersten Besuch würde sie sich dennoch sehr freuen.

Ein leises Brummen erregte ihre Aufmerksamkeit und sie hielt inne. Neugierig sah sie sich um. Eine Hummel inspizierte ihre Räume. Ihr erster Besucher! Sie schmunzelte und scheuchte die vorwitzige Hummel zurück in den Garten. Um ihre potenziellen Kunden über die Praxiseröffnung zu informieren, hatte sie in den regionalen Zeitungen eine Anzeige geschaltet. Außerdem hatte sie mehrere Plakate in Schönfeld sowie der näheren Umgebung aufgehängt.

Aufgeregt hielt sie Ausschau nach möglichen Kunden, doch der Fußweg lag verlassen vor ihr. Kein Kind, das zum Strand eilte oder ein Tourist, der mit gezückter Kamera nach einer Sehenswürdigkeit Ausschau hielt. Selbst die Autofahrer machten heute scheinbar einen großen Bogen um den Schönberger Strand.

Schulterzuckend wanderte Deborah zwischen dem Behandlungsraum und Wartezimmer hin und her. Mehrfach spähte sie zum Fenster hinaus, in der stillen Hoffnung, mehr als nur grauen Asphalt und silbrig glänzende Möwen am Himmel zu sehen.

Als Nächstes stapelte Deborah die Zeitschriften im Wartezimmer, die sie gerade erst gekauft hatte, damit sich ihre Kunden die Wartezeit vertreiben konnten. Die meisten benutzten zwar ihr Handy, um sich zu informieren, doch manch ein Kunde blätterte auch hin und wieder gerne in einer Zeitschrift. Sie richtete den Haufen exakt zur Kante aus und wischte nicht vorhandenen Staub vom Bücherregal.

***

„Hallo?“ Der hochgewachsene Mann stand so überraschend im Wartezimmer, dass sie vor lauter Schreck einen Schritt zurücktrat und ihr Herz gefühlt einen Salto schlug. Der Regenschirmständer, der in der Ecke stand, klapperte lautstark und fiel um. Wie peinlich! Die Röte stieg ihr ins Gesicht. Sie drehte sich um und stellte ihn wieder hin. Dabei rasten ihre Gedanken. Funktionierte die Klingel nicht? Oder hatte sie die Tür zu ihrer Praxis nicht richtig zugedrückt?

Egal, sie sollte zeigen, dass sie die Lage im Griff hatte. Sie richtete sich auf, strich sich eine vorwitzige Haarsträhne aus dem Gesicht, atmete einmal tief durch und lächelte ihren Besucher an.

Schließlich stand vor ihr ein Kunde, der ihre Hilfe benötigte.

„Hallo, worum geht es?“ Fast hätte sie ihn gefragt, ob er einen Termin hatte, aber das verkniff sie sich im letzten Augenblick. Schließlich war sie nicht mehr in der Tierklinik tätig.

Ihr Besucher hielt ein Bündel, einem Haufen schmutziger Lumpen ähnlich, in den Händen. Erst auf den zweiten Blick identifizierte sie das schwarze, haarige Etwas als einen Mischlingshund, der am ganzen Körper zitterte.

„Können Sie bitte einmal gucken? Lucy geht es nicht gut.“ Der Hundebesitzer blickte sie verzweifelt an, und trotz der sonnengebräunten Haut war sein Gesicht ungesund blass. Seine Jeansjacke war blutverschmiert und die Hose von täglicher Arbeit abgewetzt und mitgenommen. Ohne jeden Zweifel, da war jemand, ohne zu zögern, zu ihr geeilt.

„Sie ist heute Nacht einfach ausgebüxt und hat sich vermutlich im Ort herumgetrieben.“

Er blinzelte und schien mit Mühe und Not die Tränen zurückzuhalten. „Vorhin habe ich sie im Garten gefunden. Offenbar ist sie verletzt.“

„Dann wollen wir mal schauen.“ Deborah schob die Ärmel ihres Kittels hoch und dirigierte die beiden ins Behandlungszimmer. Auch wenn es ihr erster Fall in der neuen Praxis war und ihr die Hände vor Aufregung zitterten, durfte sie ihre Nervosität nicht zeigen. Sie straffte die Schultern und atmete einmal tief durch.

Winselnd saß das Fellbündel wenig später auf dem Behandlungstisch, sein Herrchen stand sichtlich mitgenommen daneben.

Deborah zog sich Einmalhandschuhe über und die anfängliche Nervosität verfolg. Mit routiniertem Griff untersuchte sie den Hund.

„So wie es aussieht, hat sie sich an Stacheldraht oder etwas Ähnlichem verletzt. Zum Glück kann ich aber keinen Hinweis darauf finden, dass sie angefahren wurde.“

Neben ihr seufzte jemand vor Erleichterung auf und Deborah verstand den Mann nur zu gut.

Vorsichtig rasierte sie Hals und Flanke der Hündin, um die Verletzungen besser erkennen zu können. Dabei erläuterte sie dem unglücklichen Herrchen jeden ihrer Schritte. Aus eigener Erfahrung wusste sie, dass es beruhigend auf alle Beteiligten wirkte. Kaum lagen die Haare auf dem Tisch, erkannte sie die so typischen Rissspuren von Draht. Sie erblickte mehrere Verletzungen, die meisten zum Glück nur oberflächlich, einige aber auch etwas tiefer.

„Da hat jemand einen unfairen Kampf gegen Stacheldraht ausgefochten. Aber es ist halb so schlimm, wie es aussieht.“

Sie kraulte Lucy am Ohr und blinzelte ihrem Herrchen zu.

„Das wird schon wieder. In ein paar Tagen tobt sie über den Strand.“

Deborah drehte sich um und musterte die Schränke ihrer Praxis. Wo hatte sie noch einmal die Spritzen eingeräumt? Viele ihrer Hilfsmittel und Medikamente hatte sie im gleichen System eingeräumt, wie sie es von ihrer Arbeit in der Klinik gewohnt war. Dennoch brauchte sie einen Moment, bis ihr einfiel, wo sie die Einweg-Spritzen und die lokale Betäubung verstaut hatte. Sie seufzte und begab sich auf die Suche. Hoffentlich hielt sie der erste Kunde des Tages nicht für einen Anfänger!

Eine knappe halbe Stunde später legte sie den letzten Tupfer beiseite und strich der kleinen Mischlingshündin über die Flanken. Diese legte den Kopf schief und blickte sie mit großen, dunklen Augen an. Lucy hatte brav still gesessen und nicht ein einziges Mal gezuckt. Aus ihrem Kittel zauberte Deborah ein paar Hundeleckerchen hervor und bot sie Lucy an. Langsam und vorsichtig fraß die Hündin die Köstlichkeiten aus ihrer Hand.

Wenig später zog Deborah eine weitere Spritze unter den wachsamen Augen der Hündin auf.

„Ich verabreiche ihr vorsorglich ein Breitband-Antibiotikum. Ein oder zwei Tage Ruhe und sie sollte wieder fit sein.“

Lucy winselte leise, als feststellte, dass sie noch nicht gehen durfte. Das graue Fellbündel hielt still, während sie es pikte. Vorsichtshalber legte ihr Herrchen die Hand um das Maul.

„Das hast du fein gemacht.“ Lobend strich sie der Hündin über das strubbelige Fell und kraulte sie hinter den Ohren. Zum Schluss verwöhnte sie den Hund mit einem weiteren Leckerbissen.

„Für heute hast du es geschafft“, murmelte sie leise. Deborah wollte unbedingt, dass die Hündin den Besuch mit etwas Positivem verband.

Anschließend wandte sie sich an den Hundehalter, dessen Gesicht inzwischen wieder eine gesunde Farbe angenommen hatte.

„Haben Sie den Impfausweis dabei?“

„Ja.“ Er griff in seine Jackentasche und Deborah nutzte die Zeit, um schon einmal den Müll zu entsorgen. Jetzt ohne eine Assistentin oblag auch dies ihrer Verantwortung.

„Bitte, der Ausweis“, sagte er mit ruhiger Stimme und reichte ihr das Dokument.

Der Impfausweis war neu, die notwendigen Impfungen ganz frisch. Wie gut, dann musste sie Lucy nicht noch einmal ärgern.

„Sie haben den Hund erst seit Kurzem, Herr Petersen?“

Verlegen wandte er den Blick ab, zuckte mit den Schultern und befestigte die Hundeleine am Halsband. Seine Stimme war so leise, dass sie ihn fast nicht verstand.

„Ja. Lucy ist mir vor einiger Zeit zugelaufen. Kein Chip, nicht kastriert und völlig verwahrlost. All meine Bemühungen waren vergeblich. Es fand sich kein Besitzer. Da habe ich sie halt adoptiert. Es ist eine so liebenswerte Hündin.“

Er wuschelte ihr durchs Fell, in seinen Augen erkannte sie die Liebe, die er für die Hündin empfand. Gekonnt hob er Lucy hoch und setzte sie auf dem Boden ab. Unruhig wanderte Lucy hin und her und versuchte, durch den Ausgang zu entwischen. Dank der Leine klappte es aber nicht. Deborah schmunzelte. Sie konnte die Unruhe des Vierbeiners nur zu gut verstehen.

„Verständlich.“

Sie drehte sich zu ihrem Computer um und öffnete das Abrechnungsprogramm. Flott tippte sie Name von Hund und Herrchen ein, notierte die erfolgte Behandlung und die verwendeten Medikamente.

Wenige Sekunden später spuckte ihr der digitale Helfer die Rechnungssumme aus. Dank ihrer supermodernen Tierarzt-Software, die sie sich zur Eröffnung geleistet hatte, ein Kinderspiel.

„Möchten Sie gleich bezahlen oder per Rechnung?“ Sie überreichte ihm den Ausdruck. Nebenan hörte sie jemanden reden. Ein weiteres Notfellchen? Vielleicht kam jetzt eine reiche Witwe, deren Fifi sich die Pfote verstaucht hatte. Und wo sich die Besitzerin über einen rosaroten Verband und ein paar nette Worte freute?

„Wenn es geht, mit Karte.“

Das erste Mal, dass sie ihr Lesegerät benutzte. Mit etwas Herzklopfen nahm sie das Gerät und versuchte, sich an all die Feinheiten zu erinnern, die ihr der Kundentechniker erklärt hatte. Bange Minuten vergingen, dann piepte es und ihr erstes Honorar machte sich auf den Weg auf ihr Konto. Glücklich darüber, dass alles so gut geklappt hatte, erhob sie sich und holte einen letzten Leckerbissen aus der Schublade. Mit gespitzten Ohren kam die Hündin auf sie zu.

***

Die Kratzer am Arm brannten fürchterlich. Deborah griff nach dem Desinfektionsmittel und behandelte die Schrammen. Das kam davon, wenn sie bei der Behandlung von Katzen nicht aufpasste.

Sie verzog den Mund zu einer Grimasse. Das nächste Mal würde sie gleich die Lederhandschuhe nehmen, und lieber nichts auf Beteuerungen der gutgläubigen Besitzer geben.

Dabei hatte Socke, eine hübsche Schildpattkatze, in den ersten Minuten der Behandlung noch geduldig und ruhig dagesessen. Erst als Deborah ihren Bauch abgetastet hatte, hatte die Geduld von Socke ein Ende gefunden. Sie hatte gefaucht und sich so geschickt in ihrem Griff gedreht, dass sie Deborah mühelos mit ihrer Pfote hatte erreichen können.

Die Entschuldigungen und Beteuerungen der Besitzerin hallten noch in ihren Ohren nach, als die Katze längst wohlverwahrt in ihrer Transportbox saß.

Beim Schreiben der Rechnung vermerkte sie in der digitalen Krankenakte, dass Socke eher zu den ungnädigen Vertretern ihrer Gattung gehörte.

***

Deborah unterdrückte ein Gähnen, als die Kirchturmuhr sechs Uhr abends schlug. Endlich Feierabend, und zwar wohlverdient. Während sie den Rechner herunterfuhr, trank sie den letzten Schluck Tee.

Den ersten Praxistag hatte sie geschafft. Glücklich und zufrieden erhob sie sich von ihrem Bürostuhl und rekelte sich. Sie spürte, wie sich die verspannten Muskeln lockerten.

Noch ein bisschen aufräumen, ihre kleine Apotheke sichten und dann die Praxis abschließen.

Sehnsüchtig blickte sie aus dem Fenster. Den ganzen Tag über hatte die Sonne so verlockend gelacht, und sie voller Vorfreude an den weißen Sandstrand denken lassen, der nur wenige Radminuten entfernt lag.

Entschlossen nahm sie ihre Jacke vom Haken und schloss die Praxis ab. Nach diesem arbeitsreichen Tag hatte sie sich eine Auszeit an der Ostsee redlich verdient. Ordnung in ihrer Wohnung schaffen konnte sie auch noch bei Regen.

Ein lauer Sommerwind begrüßte sie, als sie vor die Tür trat und die fedrigen Sanddornbüsche neben dem Praxiseingang nickten freundlich. Was für ein zauberhafter Abend! Deborah drehte ihr Gesicht zur Sonne, genoss die wärmenden Strahlen und inhalierte tief den süßlichen Duft der Blumen.

Glücklich mit sich und dem Tag summte sie leise vor sich hin. Rasch entsperrte sie ihr E-Bike und radelte zum kleinen Supermarkt an der Ecke. Bevor der Laden schloss, sollte sie sich dort etwas für ein improvisiertes Picknick holen. Schließlich war ihr Kühlschrank noch immer leer und nach dem arbeitsreichen Tag brauchte sie dringend etwas Nahrhaftes.

„Hallo, Sie sind doch die neue Tierärztin, oder?“, erkundigte sich die Kassiererin neugierig bei ihr, als sie sich kurz darauf mit ihren Einkäufen anstellte.

„Ja, das bin ich.“ Deborah lächelte glücklich. Immerhin eine Person, die sie erkannte. „Haben Sie ein Haustier, haben Sie den Artikel im Lokalblatt gelesen, oder woher kennen Sie mich?“

„Nein, weder noch. Der alte Heidorn hat mir erzählt, dass er nach Spanien auswandert und eine junge Tierärztin seinen Laden übernimmt. Und so viele Kratzer, wie Sie am Arm haben, musste ich nicht lange überlegen.“

„Alles klar.“ Deborah lächelte ihr zu. Noch etwas, an das sie sich gewöhnen musste – den sogenannten Dorffunk. „Freut mich, Sie kennenzulernen.“

Routiniert nahm die Kassiererin die eisgekühlte Limonade und die abgepackten Sandwiches und scannte sie ein. Als sie nach dem Fertigsalat griff, blickte sie Deborah vorwurfsvoll an. „Kochen Sie nicht selbst? Dieses Fertigzeugs ist doch nichts.“

Das Piepen der Scannerkasse schien ebenfalls dieser Meinung zu sein. Zumindest klang sie genauso misstönend wie die Kassiererin.

Unwillig verdrehte Deborah die Augen. Warum gab es Leute, die der Meinung waren, sie müssten ihr erzählen, was sie essen sollte und was nicht?

„Stimmt schon. Aber hin und wieder mag ich den Geschmack nach Pappe ganz gerne. Was meinen Sie, wovon ich mich während des Studiums ernährt habe?“

Deborah biss sich auf die Unterlippe. Sie musste unbedingt darauf achten, was sie sagte, besonders in so einer kleinen Ortschaft wie Schönberger Strand. Hier wurde garantiert jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Und sie als zugewanderte Tierärztin musste doppelt so sehr auf ihre Äußerungen achten wie die Einheimischen.

Frau Miller, die mit ihrer altmodischen Dauerwelle und der Nickelbrille deutlich älter aussah, als sie wahrscheinlich war, schüttelte den Kopf. „Kindchen! Das ist doch keine Ernährung. Sie als Frau sollten am Herd stehen und kochen! Schließlich erwartet das ihr späterer Mann von Ihnen.“

Deborah unterdrückte einen lautstarken Protest. Die Kassiererin lebte offenbar in einer anderen Zeit und ließ sich garantiert nicht von ihren altmodischen Einstellungen abbringen. Dennoch wagte sie einen vorsichtigen Einspruch.

„Aber ich habe keinen Freund!“

„Das ist schlimm! Was verbringen Sie Ihre Zeit auch mit Tieren, Sie sollten schnellstens …“

Den Rest ihres Satzes verstand sie zu ihrer Erleichterung nicht, da gerade ein Traktor samt Hänger rumpelnd am Geschäft vorbeifuhr. Was für ein Glück. Deborah nickte mehrfach, während sie die Einkäufe einpackte und zahlte. Heute hatte sie keine Lust mehr, sich die Erläuterungen der Verkäuferin anzuhören.

„Es gibt hier im Ort mehrere nette Männer, wenn Sie wollen, stelle ich sie Ihnen bei Gelegenheit vor.“

Bitte nicht! Sie schnappte sich ihren Beutel, hob zum Abschied kurz die Hand und flüchtete aus dem Laden. Manchmal half nur ein schnelles Tschüss. „Entschuldigen Sie, aber ich muss weiter. Termine, Sie wissen schon.“

Heute war ihr ganz sicher nicht nach einer Eheberatung!

***

Frohgemut trat sie wenig später in die Pedale. Der Wind pfiff ihr um die Ohren und sorgte für eine angenehme Kühlung während der Fahrt. Dank ihres E-Bikes musste sie sich nicht sonderlich anstrengen, sondern kam entspannt vorwärts und mehrfach überholte sie Radfahrer, die mit rotem Gesicht gegen die steife Brise ankämpften.

Zuerst erblickte sie links und rechts noch ein paar gepflegte Einfamilienhäuser, dann hatte sie endlich die Ortschaft verlassen. Die sanft gewellte Landschaft mit den dunkelgrünen Getreidefeldern und den schnurgeraden Buschreihen flog nur so an ihr vorbei. Diese sogenannten Knicks bestanden aus einzelnen Laubbäumen und unzähligen Sträuchern und Büschen. Diese Heckenlinie bot nicht nur unzähligen Wildtieren eine Heimat, sie unterteilten die Weideflächen auch in einzelne Parzellen und hielten den Wind ab.

Versteckt zwischen dem frischen Grün der Felder erblickte Deborah immer wieder das leuchtende Blau der Ostsee.

Leise surrte der Motor ihres E-Bikes und sie fühlte sich so frei wie schon lange nicht mehr. Auf einmal schien die Entscheidung, Hamburg zu verlassen und auf dem Land etwas Neues zu wagen, goldrichtig gewesen zu sein. Ein ungeahntes Glücksgefühl durchströmte sie.

***

Ein versteckt liegender Pfad führte links vom Radweg ab. Deborah bremste heftig, denn beinahe wäre sie daran vorbei gezischt. Sie stieg ab, wendete ihr Rad und schob es den grasbewachsenen Pfad entlang. Er wand sich zwischen Büschen und Bäumen hindurch, so als ob er sich weigerte, sein Geheimnis preiszugeben.

Herr Heidorn hatte ihr noch beim Abschied von diesem versteckt gelegenen Strandabschnitt erzählt. Die meisten Besucher strömten direkt zum Kalifornischen Strandbad und daher kannten nur die Einheimischen dieses zauberhafte Fleckchen.

Deborah freute sich darauf, ihre Füße im Wasser abzukühlen und ihr Abendbrot zu genießen. Der mäkeligen Frau Miller zum Trotz!

***

Tatsächlich hatte sie diesen Strandabschnitt vollkommen für sich allein. Aufmerksam sah sich Deborah um. Nur in der Ferne liefen streichholzgroße Personen am Wasser entlang. Perfekt.

Sie sicherte ihr Rad am grasbewachsenen Saum zum Strand, zog Schuhe und Strümpfe aus und stopfte sie in die Radtasche. Mit dem Proviant in ihrer Hand betrat sie den weißen, weichen Sandstrand. Der Boden unter ihren Füßen strahlte die Wärme des vergangenen Tages ab. Nach dem stundenlangen Tragen der Schuhe ein äußerst angenehmes Gefühl.

Zwischen den Büschen und dem Wasser blieb sie stehen, legte ihre Einkäufe auf den Boden und bedauerte es kurz, keine Decke eingepackt zu haben. Deborah krempelte die Hosenbeine hoch und kichernd, wie ein Kind rannte sie durch den Sand auf das Wasser zu. Die Wellen umspielten wenig später ihre Füße, wie Sekt perlte es zwischen ihren Zehen. In der Brandung stehend schloss sie die Augen und lauschte auf die unzähligen Geräusche der Natur. Ja, so hatte sie sich ihr Leben als Landtierärztin vorgestellt.

Ein Motorboot jagte unweit von ihr vorbei, die hohen Wellen tanzten heran. Ehe sie es sich versah, durchnässten sie ihre Hosenbeine bis zum Knie.

Was solls? Sie zuckte mit den Schultern und sah dem Boot nach, bis es am Horizont verschwand. Über ihr kreisten mehrere Möwen, hin und wieder setzte eine zur Landung an, durchsuchte den Strand mit staksenden Schritten nach etwas Fressbarem.

Erst als ihre Zähne anfingen zu klappern und sich ihre Beine anfühlten wie Eisklötze, stieg Deborah aus dem Wasser. Das unangenehme Prickeln und Zwicken in ihren Füßen ließ erst nach, als sie ein paar Schritte über den Strand joggte. Die Möwen kreischten über ihrem Kopf und schienen sie anzufeuern. Oder störten sie sich vielmehr an ihrer Anwesenheit?

Eine gefühlte Ewigkeit später kehrte sie müde und erschöpft zurück an ihren Ausgangspunkt. Eine große Silbermöwe, die ihre abgepackten Sandwiches gern ihr Eigen genannt hätte, erhob sich laut schimpfend.

Deborah setzte sich auf ihre Jacke, trank einen Schluck von der inzwischen lauwarmen Limo und packte ihr Sandwich aus. Hungrig biss sie hinein, gedachte kurz Frau Miller und beobachtete ein Pärchen, das mit ihrem Hund am Strand entlang schlenderte.

SVEN

„Bist du so weit?“ Sein Trainer Nick kam auf ihn zu. Auf seinem Gesicht ein ernster Ausdruck und wie so oft hielt er ein Klemmbrett in der Hand. Der Wind spielte mit den daran befestigten Seiten und sie flatterten heftig.

Zustimmend nickte Sven, drehte Nick den Rücken zu und wartete, bis er den Reißverschluss des Neoprenanzugs geschlossen hatte.

Die Hand von seinem Trainer und gleichzeitig besten Kumpel lag kurz darauf schwer auf seiner Schulter.

„Bist du wirklich fit? Dein Puls ist etwas höher als gewohnt.“

„Übertreib es nicht!“ Sven drehte sich so schnell um, dass die Hand herabrutschte. „Es ist nicht das erste Mal, dass ich zehn Kilometer schwimme. Außerdem bist du an Bord des Begleitboots und ich habe meine Boje dabei.“ Während er dies sagte, befestigte er den großen pinken Sack mit einem kurzen Seil an seiner Hüfte.

Nick brummelte etwas vor sich hin, doch darum kümmerte sich Sven nicht. Er kannte die manchmal mehr als anstrengende Art seines Personaltrainers. Dessen Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass sie in wenigen Minuten ablegen konnten.

„Das Wasser ist heute unruhiger als die letzten Tage“, murmelte Nick und nahm die Stoppuhr in die Hand. „Achte auf die Position deiner Ellenbogen.“

Sven nickte zustimmend.

Mit ruhigen und konzentrierten Bewegungen dehnte Sven sich und ließ die Schultern kreisen. Anschließend joggte er ein paar Minuten auf der Stelle. Als er spürte, dass sein Körper auf die kommende Belastung so gut wie möglich vorbereitet war, hielt er inne.

Auf dem Steg vor dem kleinen Motorboot herrschte rege Betriebsamkeit. Nicht nur er, sondern viele Bootseigner wollten das freundliche Wetter für eine Tour nutzen. Gerade ratterte ein älteres Segelboot mit lautem Motorgedröhne und Dieselgestank an ihnen vorbei.

„Wir können los.“ Nick stieg in das Boot, grüßte den Bootsführer mit einem Nicken und setzte sich auf den freien Sitz direkt neben dem Kapitän. Sven folgte ihm und setzte sich nach hinten, unweit des Außenbordmotors. Seine Schwimmbrille hatte er ums Handgelenk geschlungen und die prallaufgeblasene Boje zwischen Ellenbogen und Oberkörper geklemmt. Das Schwimmen im offenen Meer liebte er und noch immer war jede Fahrt hinaus auf die Ostsee ein Abenteuer für ihn. Ein wohliges Kribbeln fuhr durch seinen ganzen Körper und eine angenehme Spannung befiel ihn.

Sein Personaltrainer verstaute noch ein paar Kleinigkeiten, dann gab er dem Kapitän das Zeichen zum Aufbruch.

Sachte schaukelte das Boot, als sie die schützende Marina verließen. Mit seiner freien Hand hielt sich Sven fest und ließ seinen Blick über das leuchtende Blau schweifen. Weit hinten, am Horizont fuhren zwei Frachtschiffe, beladen mit unzähligen Containern, ihrem Ziel entgegen.

Ihr Gefährt, sein Vater hätte es herablassend als Nussschale bezeichnet, bot vier Personen Platz. Heute waren sie für das Training nur zu dritt. Eigentlich hatte sein Vater ihm versprochen, einer Schwimmeinheit beizuwohnen, doch ein dringender Termin war ihm dazwischengekommen.

Wie so oft, dachte Sven mit einem kleinen Aufseufzen. Immerhin unterstützte sein Vater ihn finanziell mehr als großzügig und ermöglichte es ihm so, dass er seinen Sport mit voller Konzentration ausüben konnte.

Neben ihm stand eine Kühlbox, die vollgestopft mit frischem Obst, Energieriegeln und Getränken war. Außerdem gab es eine Kiste mit einem wärmenden Badetuch und Ersatzkleidung. Alles, was er für die zehn Kilometertour oder vielmehr danach benötigte.

Der Wind fuhr durch seine Haare, zerstörte gekonnt seine sorgsam zurecht gegelte Frisur. Sven lachte, drehte sein Gesicht zur Sonne und genoss die rasante Fahrt auf der Ostsee. Heute war ein guter Tag fürs Training.

Das Meer war aufgewühlt, aber nicht so sehr, dass es riskant war zu schwimmen. Das Wasser selbst hatte für diese Jahreszeit eine angenehme Temperatur.

Blau, freundlich glitzernd und mit weißen Schaumkrönchen präsentierte es sich ihnen. Auf der anderen Seite erblickte Sven den lang gezogenen Sandstrand und die Seebrücke vom Schönberger Strand, die gut zweihundert Meter ins Meer ragte.

Das bis eben beständige Motordröhnen erstarb. Das Boot tanzte, nun ohne Antrieb auf den Wellen auf und nieder.

„Du kannst starten.“ Sein Trainer überprüfte noch einmal die Befestigung der Boje und Nick hob zustimmend den Daumen. Dank dieser schwimmenden Begleithilfe war er nicht nur für sein Team, sondern auch für die anderen Boote im endlosen Blau des Meeres gut sichtbar. Außerdem bot sie ihm Halt, falls ihm überraschend die Kraft ausgehen sollte oder er einen Wadenkrampf bekam. Er lächelte zufrieden, die Boje war nett, aber als Rettung würde er sie nie benötigen!

„Also, wir sind hinter dir und du schwimmst die Küstenlinie entlang.“ Nick griff nach seinem Handgelenk, kontrollierte die Pulsuhr und nickte gedankenverloren vor sich hin. „Sie funktioniert einwandfrei. Also, ab ins Wasser!“

Ein letztes Mal kreiste Sven mit den Schultern und lief dann über den leicht schwankenden Boden zum Ausstieg. Dort ließ er die Füße ins Wasser und kühlte rasch, aber sorgfältig seinen Körper ab. Dann, als er bis zur Hüfte im Wasser war, stieß er sich vom Begleitboot ab. Endlich frei, endlich mit dem liebsten Element vereint, das er kannte!

Das abwechselnd blaue, mal graue Wasser floss um ihn herum. Die Wellen spielten mit ihm, solange er nur im Wasser lag und sich treiben ließ. Er seufzte glücklich. So war es perfekt und bis zur geplanten Belt-Querung war er optimal vorbereitet und fit.

Prüfend drehte er sich zum Begleitboot um und hob die Hand. Nick, der ihn die ganze Zeit nicht aus den Augen ließ, erwiderte die Geste und betätigte das Signalhorn.

Dann schwamm er los, mit weitausgreifenden Bewegungen, unter ihm das dunkle Wasser. Nach wenigen Atemzügen fand er seinen Rhythmus und schwamm auf die ferne Küstenlinie zu. Zehn Kilometer, das war doch nichts.

***

„Du hast deinen Rhythmus nicht gefunden. Am Anfang warst du viel zu schnell. Das hat sich dann gerächt, dein Zug wurde schwächer, und laut deinem Fitnesstrack hattest du zum Ende hin eindeutige Erschöpfungsanzeichen.“

Mit gerunzelter Stirn, das Klemmbrett in der Hand und mit einem von Wind und Sonne geröteten Gesicht stand Nick vor ihm. Wie eigentlich immer war sein Trainer nicht mit seiner Leistung zufrieden. Aber daran hatte er sich schon gewöhnt und tröstete sich mit dem Gedanken, dass das mit dazugehörte.

Das Motorboot hatte inzwischen Fahrt aufgenommen und mehr oder weniger über die Wellen hüpfend, ging es zurück zur Marina. „So wird das nichts mit deinem Langstreckenschwimmen. Du musst auf mich hören und disziplinierter arbeiten.“

„Ja, ja.“ Sven nickte halbherzig und trocknete sich mit dem flauschigen Badetuch ab, das ihm sein Trainer reichte.

„Schimpf du nur“, meinte er und dehnte sanft die Halsmuskulatur. „Trotz der zehn Kilometer fühle ich mich fit für weitere fünf Kilometer. Auch der Seegang war kein erwähnenswertes Problem für mich.“

Er löste die pinkfarbene Boje vom Gurt und verschwieg seinem Trainer lieber, dass er zwischendurch mit einem Wadenkrampf zu kämpfen gehabt hatte.

„Nun ja, an deinem Stil müssen wir auch noch arbeiten. Die Armbewegung kam nicht optimal aus der Schulter. Morgen steht deshalb Technik an. Alles klar?“

Sven hielt in der Bewegung inne und nickte zustimmend. Das bedeutete unendliche Stunden im Fitnesscenter und im Schwimmbad. Etwas, das er – anders als das Schwimmen im Meer – längst nicht so gern tat. Dennoch tippte er sich zustimmend an die Schläfe.

„Verstanden Chef. Jetzt ein kühles Bier?“ Sven bückte sich, holte zwei Flaschen heraus und öffnete sie. Das kalte Glas lag angenehm in seiner Hand und er freute sich schon darauf. Das alkoholfreie Bier nach dem Training gehörte inzwischen mit dazu.

„Prost.“

Glas klirrte aneinander und schweigend saßen sie da, tranken ihr Bier und beobachteten, wie die Marina langsam in ihr Blickfeld geriet.

Ein leichter Stoß ging durch das Boot, als es gegen den Anleger stieß. Nick sprang auf den Steg und vertäute das Gefährt. Sven reichte ihm ihr Equipment und sah seinem Trainer dabei zu, wie dieser es in den Handkarren räumte.

Für heute war er entlassen. Sven warf sich sein Badetuch über, verabschiedete sich kurz und marschierte zur Ferienwohnung, um zu duschen. Wenn er sich später mit seinem Trainer traf, wartete garantiert schon ein perfekt ausgeklügelter Trainingsplan auf ihn.