Leseprobe The Witchy Book Club | Cosy Fantasy Romance mit Enemies to Lovers und Forced Proximity

Bevor das Chaos beginnt

Naivität ist vielleicht die selbstzerstörerischste Sache auf der Welt. Direkt danach kommt die Liebe.

„Dachtest du wirklich, dazu wären Schurken fähig?“, stößt Cassian schmerzverzerrt aus. Josias Schwert steckt immer noch in seinem Bauch und hält ihn am Boden fest. Rote Flecken breiten sich auf seinem Hemd aus, seine Haut kreideblass. Er ist machtlos. Zum ersten Mal seit Langem könnte Evanora dem Bösewicht tatsächlich überlegen sein.

In einer Welt, in der Gut und Böse niemals vereint werden können, erscheint es unmöglich, einen Schurken zu lieben. Die Gefühle, die Evanora für Cassian verspürt hatte, waren bloß Auswirkungen seiner Magie gewesen. Er hatte sie verhext! Sie glauben lassen, Cassian würde sie tatsächlich lieben, während er bloß ihre Magie für sich wollte.

Diese grausame Erkenntnis brennt in ihren Augen, die sich mit Tränen füllen. Das verwünschte Schloss lässt seine Türen und Fenster flattern. Es wirkt beinahe wie eine Warnung: Beeil dich. Ohne eine weitere Sekunde verstreichen zu lassen, eilt sie davon. In den hellen Schlossflur, in dem er sich immer noch befinden müsste. Josia.

Für mich gab es immer nur dich.

Das hatte er gesagt, bevor er Cassian mit seinem Schwert durchbohrt hatte. Und anschließend davongelaufen war, um mit einem Teil seiner Krieger zu kämpfen. Das Bild im Flur lässt sie nach Luft schnappen. Josia liegt am Boden. Über ihm ein Krieger, der sein Schwert erhebt. Ihr bester Freund verzieht das schöne Gesicht, seine schimmernde Rüstung funkelt ein letztes Mal.

„Nein!“, schreit sie.

Nicht er.

Nicht ihr ehrlichster Freund.

Der Mann, der immer zu ihr gehalten und sie wie kein anderer geliebt hat.

Da packt jemand sie grob von hinten.

„Nicht so hastig, Prinzessin“, flüstert Cassian ihr ins Ohr und sie erstarrt. Wie ist das möglich?

Ich stöhne auf. „Meine Güte, wenn dieser Typ nicht endlich getötet wird, bekomme ich die Krise.“

Es kommt nicht oft vor, dass ich bis nach zwei Uhr morgens lese, weil mich ein Buch derart fesselt. Okay, das war eine Lüge. Es passiert häufig. Doch selten hat mich ein Roman berührt wie dieser. Josias Mut, seine ehrliche Liebe für seine beste Freundin Evanora müssen doch belohnt werden, andernfalls drehe ich durch.

„Etwas heller, bitte“, sage ich zu Terrie über meinem Bett. Das Licht der Leselampe intensiviert sich, was mir in diesem Moment beim Sehen hilft. Langsam werden meine Augenlider schwer, was mein Gehirn wirklich nicht zulassen kann.

Die Geschichte ist fast zu Ende. Ich kann jetzt nicht schlafen.

Du weißt, dass du morgen früh arbeiten musst?

Es ist ein Dilemma, erwachsen zu sein. Doch mit einem gewissen Alter kommen umso mehr schwierige Entscheidungen. Und diese hier wird meinem morgigen Selbst definitiv nicht zugutekommen.

Aber - wer braucht schon Schlaf?

Ich blättere weiter und meine Augen jagen regelrecht über das Papier. Als Josia endlich seine Evanora rettet, beginne ich fast zu sabbern. Kurzerhand werden sie jedoch erneut getrennt, was mich lautstark aufschreien lässt.

Tut mir leid, Nachbarn. Aber das hier ist ein Ausnahmezustand.

Cassian wird mit jeder Seite unerträglicher und es bewahrheitet sich mal wieder, was ich immer sage: Irgendwann sollten die verdammten Schurken aus der Geschichte verschwinden, weil sie mein schönes Happy End bedrohen.

Mit jedem Wort rückt das ersehnte Ende näher und mein Herz klopft wie wild. Angsterfüllt, nicht das zu bekommen, was ich mir wünsche. Cassian, der elende Lügner, rundet dieses Gefühl natürlich noch mit seinem sarkastischen Zitat ab.

Schurken bekommen immer, was sie sich wünschen.

Tja, dann frag dich mal, warum du es nicht kriegst, du emotionsloses Stück Scheiße.

Okay, ich werde langsam persönlich. Aber ist es nicht das, was ein gutes Buch ausmacht?

1. Das, in dem ich wegen Bookboyfriends sabbere

„Ich bin vielleicht ein wenig verpeilt, aber nicht auf den Kopf gefallen.“ Ich werfe den beiden Jungen vor mir einen hoffentlich strengen Blick zu — mir gelingt häufig eher der Ist-schon-in-Ordnung-weil-ich-eure-Lieblingslehrerin-bleiben-möchte-Ausdruck. Doch so sehr sie sich das auch wünschen: Auf der Nase herumtanzen lasse ich mir heute nicht.

Lucas sieht mir selbstbewusst in die Augen und zuckt nicht mal mit der Wimper. „Ich lüge nicht. Ich bin Grayson. Und das ist Lucas.“ Er deutet auf seinen Zwillingsbruder.

Denken sie wirklich, ich falle auf diese Wir-tauschen-in-der-Pause-unsere-Klamotten-Masche herein? Die beiden sind sich zwar wie aus dem Gesicht geschnitten, könnten charakterlich aber kaum unterschiedlicher sein. Weshalb ich mich über Graysons Tisch beuge und ihn fragend mustere. Nervös spielt er mit seinen goldenen Locken.

Bloß keinen Augenkontakt aufnehmen, hmm?

„Also, du bist Lucas?“

Er sieht mich nicht an. „Mhh.“ Ich schüttele den Kopf. „Nein, nein. Das reicht noch nicht. Du musst es aussprechen. Und ihr wisst, ich kann Lügen riechen. Ich bin eine Hexe.“

„Das stimmt doch gar nicht. Hexen können das nicht“, mischt sich Lara aus einer der hinteren Sitzreihen ein.

Ich ignoriere sie und blicke weiter in Graysons Gesicht, der inzwischen angestrengt blinzelt. Er tut mir ehrlich leid. Ich möchte es gerade gut sein lassen, da seufzt er.

„Lucas hat mich gezwungen.“

Sein Bruder blickt ihn empört an und ich muss mich beherrschen, um nicht lautstark loszuprusten. Ein Hoch auf meine Lehrerinnen-Autorität, schätze ich.

„Blöde Petze“, murmelt Lucas.

Ich sehe ihn mit zusammengekniffenen Augen an. „Blöd ist es, mich anzulügen. Und mal im Ernst: Warum? Wir schreiben heute doch gar keinen Test.“

Lucas verschränkt mit gequälter Miene die Arme und schweigt einen Moment lang. Ich glaube bereits, es war eine Aus-Prinzip-Tat, da seufzt er schließlich. „Ich wollte auf die Toilette.“

„Hä?“

Super Rosella. Eine tolle Ausdrucksweise für eine Lehrerin.

„Ich war in der letzten Hexengeschichte-Stunde schon dreimal dort. Ich dachte, wenn ich Grayson spiele, fällt es nicht auf.“

„Was denn?“ Jetzt bin ich ehrlich verwirrt.

Seine Lippen kräuseln sich. „Ich hasse Hexengeschichte. Es ist so langweilig.“

Kritik am eigenen Unterricht tut in etwa so weh, wie sich den kleinen Zeh zu stoßen oder auf einen Lego-Stein zu treten. Ich würde ihm am liebsten sagen, dass ich sein ellenlanges Geschwafel über Dinosaurier auch uninteressant finde, aber so eine Wortwahl gehört sich nicht für eine Lehrerin. Ich reiße mich zusammen und hake freundlich nach. „Und warum?“

Er zuckt mit den Schultern. „Das ist doch alles ewig her und interessiert niemanden. Mal abgesehen davon, dass ich selbst gar kein Hexer bin.“

„Natürlich bist du das. Ein Halbhexer.“ Seine Mom ist eine Hexe, sein Dad ein Mensch.

Lucas schnaubt, seine Miene wirkt zerrissen. „Ich bin trotzdem nicht wie die anderen. Es ist nicht … Ach egal, es ist trotzdem langweilig.“

Eine unprofessionelle Fachkraft, die Lehramt bloß aufgrund des Gehalts studiert hat, würde diesen Kommentar als Beleidigung ihres Unterrichts auffassen. Ich begreife jedoch, dass mehr dahintersteckt und es eher mit ihm, seiner Familie und allem anderen zusammenhängt. Er ist ein Halbhexer. Nicht der Einzige in dieser Stadt und doch kämpfen viele von ihnen mit dem Gefühl, nirgendwo wirklich zugehörig zu sein. Weder zu den Hexen noch zu den Menschen zu passen. Ich stoße mich von seinem Tisch ab und gehe zur Tafel. Dann gebe ich mir drei Sekunden zum Denken. Macht es wirklich Sinn, meinen großartig erarbeiteten Unterrichtsplan über Bord zu werfen? Die Arbeitsblätter und Themen, die ich für heute vorbereitet habe? Auf meinem Pult liegen sie bereits perfekt geordnet. Und doch … Über meine Schulter blicke ich noch einmal zu Lucas, der mit den Zähnen knirscht.

Ja. Scheiß auf den Lehrplan.

Ich setze mich auf das Lehrerpult und verschränke die Beine in einem Schneidersitz. Vor mir sitzen fünfzehn Kinder an ihren Tischen, die sich miteinander unterhalten. Ich räuspere mich. Doch nur die wenigsten bemerken mich. Okay, da muss ich anders herangehen. Was hätte mich in ihrem Alter dazu gebracht, zuhören zu wollen? Ein bisschen mehr unprofessionelles Verhalten.

Ich strecke die Hände aus und schicke einen gewaltigen Luftstoß durch die Klasse. Ein paar Blätter fliegen hoch und zwei Stühle kippeln leicht zurück. Sofort richten sich etliche Augenpaare auf mich.

Selbstverständlich. Plötzlich ist das Interesse da.

Bevor es schwindet, nutze ich meine Chance und grinse sie auffordernd an. „Wie wäre es heute mit einer aktuelleren Geschichte?“

„Von wann? 1800?“

Ich werfe Katie einen eindeutigen Blick zu. Na, vielen Dank. Ich kann doch auch nichts dafür, dass ich Hexengeschichte studiert habe und die geschichtlich-relevantesten Dinge nicht erst letzte Woche passiert sind.

„Ich erzähle euch die Geschichte einer Halbhexe, die Weihnachten gerettet hat.“

Die begeisterten Blicke verraten mir, dass ich richtig liege und korrekt gehandelt habe. Ja. Das hier wird gut.

Als wir uns abends mit dem Buchclub treffen, höre ich Malinas lautes Lachen neben mir auf dem Sofa. „Du hast ihnen diese Geschichte erzählt? Ich habe bloß die Vogelscheuche verhext, um Santa zu spielen.“ Meine Stiefschwester bekommt sich überhaupt nicht mehr ein.

Ich lege mir eine Hand an die Stirn. „Du bist die einzige Halbhexe, zu der mir eine Geschichte eingefallen ist.“

Sie lacht sich schlapp. „Wie wäre es mit einer historischen Heldin? Kaya Roberts? Melissa Lovebutter?“

Ich schnaube. Ja. Mittlerweile sind mir bereits weitere Ideen gekommen. Vermutlich wäre jede Erzählung besser als diese gewesen, doch die Kinder haben sie geliebt und womöglich ist das die Hauptsache. Meine Aufgabe als Lehrerin besteht immerhin nicht nur darin, ihnen möglichst viele Informationen in den Kopf zu drücken, sondern ihnen Freude am Lernen zu vermitteln. Ich habe also neben dem Bildungsauftrag auch noch eine Art Unterhaltungsaufgabe. Jedenfalls steht das auf einem Magnet an meinem Kühlschrank.

„Aber dass du sie sofort durchschaut hast, ist bemerkenswert. Uns hat früher niemand bei Ein-Zwilling-kommt-selten-allein-Aktionen erwischt“, meint Sam und beugt sich zu der Chipstüte auf dem Wohnzimmertisch. Ich erinnere mich an ihre Auswechseltricks und wie oft sie mich damit zu Kindheitstagen getäuscht haben.

Ihre Zwillingsschwester Flora legt die Beine auf dem Sessel hoch und stimmt zu. „Wir wären immer noch unbesiegbar, hättest du dir nicht die verdammten Haare abrasiert.“

Sam wirft ihr einen genervten Blick zu und kaut auf einem Chip herum. „Hat definitiv auch Vorteile, nicht mehr mit dir verwechselt zu werden.“

„Und die wären?“

Die Chipstüte raschelt. „Weißt du noch, als Jeff Winchester mich in der siebten Klasse küssen wollte, weil er dachte, ich wäre du?“

Wir lachen alle auf, schwelgen einen kurzen Moment in Erinnerungen.

Da ergreift Malina das Wort. „Okay, Leute. Konzentration. Wir sind nicht zum Spaß hier.“

„Sondern?“, fragt Sam mit vollem Mund.

Ich deute auf das dicke Buch auf meinem Schoß. Es ist so schwer, es könnte glatt als Mordwaffe durchgehen. Jeder von uns hat eine eigene Ausgabe des dicken Fantasyromans bei sich. „Wegen der Bücher, was sonst?“

„Und Lesen ist kein Spaß?“ Sam seufzt.

Malina schüttelt den Kopf. „Es ist eine olympische Sportart, die nur noch nicht anerkannt wurde.“

Ich seufze nun ebenfalls. „Wenn es endlich ein Beruf ist, sag Bescheid. Ich würde mich immer dafür und gegen meckernde Kinder entscheiden.“

Aber du liebst es doch, Lehrerin zu sein.

Daran erinnert mich die Stimme in meinem Kopf. Ja, kann schon sein. Ich mag es. Genieße es, Themen zu unterrichten, die mich immer interessiert haben. Gleichzeitig liege ich nicht kichernd und mit roten Wangen auf meinem Bett und wünsche mir, noch zweihundert weitere Seiten lesen zu können. Das eine ist mein Job, das andere Erfüllung.

„Jedes Mal verlieren wir den Faden. Warum passiert das immer, wenn wir uns bei Rosella treffen?“, fragt Flora in die Runde.

„Weil ihr Wohnzimmer so süß kitschig ist und zum Quatschen einlädt“, meint Malina und deutet auf die Blümchen-Lampe neben ihr.

„Und weil sie immer Snacks hat.“ Sam raschelt mit der Chipstüte.

Ich verdrehe amüsiert die Augen. So läuft das an manchen Buchclub-Abenden. Wir sind zu beschäftigt damit, über irgendeinen Blödsinn zu sprechen, dass wir das Wesentliche aus den Augen verlieren: die Bücher. Oder in diesem Fall unser neues Exemplar, das wir bis heute zur Hälfte lesen sollten. Spoiler: Ich habe es gestern Nacht beendet. Oder besser noch: Es hat mich beendet. Das war mir selbst der Schlafmangel wert.

„Kommen wir lieber zu Enchanted Hearts“, schlage ich nun sanft, aber entschlossen vor und hebe das Buch mit dem herrlichen braunen Einband an. Er fühlt sich unter meinen Fingerspitzen wie zarte Baumwolle an, funkelt aber, als wäre es Glitzerfolie. Die anderen greifen nach ihren Ausgaben und Sam reibt sich mit ihren fettigen Chipsfingern über die Hose.

„Eklig“, zischt Flora.

Sam ignoriert sie und öffnet ihr Buch, in dem ich viele bunte Markierungen erkenne. „Ich mochte Evanora anfangs nicht so gern. Ihre Naivität hat mich wütend gemacht. Wie konnte sie sich auch nur kurz von Cassian blenden lassen?“

„Er hat ihre Gefühle kontrolliert. Da konnte sie nichts für“, erwidert Flora.

„Ich hätte Cassian am liebsten aus dem Roman geholt und ihm mit voller Kraft ins Gesicht geschlagen.“ Malina wedelt wild mit den Armen.

Ich muss lachen, denn ich verstehe ihre Wut, bin aber gleichzeitig irritiert. Woher weiß sie denn bereits davon? Dass Cassian Evanoras Gefühle kontrolliert hat, kam doch erst auf Seite 350 raus. Ich lehne mich ein Stück vor. „Habt ihr es etwa auch alle zu Ende gelesen?“, frage ich amüsiert.

Es folgt einstimmiges Nicken, das uns alle zum Lachen bringt. Das sind meine Mädels. Genauso buchgestört wie ich. Und natürlich konnte niemand von uns eine Woche warten, um den Rest zu lesen.

„Okay, dann schlage ich vor, wir verlegen die Bewertung auf heute?“

Flora kramt ein schwarzes Notizbuch aus ihrer Handtasche. Sie ist unsere Protokollantin, weil sie die schönste Schrift von allen hat — und es nicht erträgt, wenn jemand zu langsam mitschreibt. Ich hatte ihr angeboten, einen magischen Stift zu benutzen, was sie für Quatsch hielt. Manche Dinge müsse man oldschool machen, meinte sie. Und verschmierte Tintenflecke zählen wohl dazu. „Dann schießt mal los. Ich habe unser Bewertungssystem bereits vorbereitet.“

Ich erkenne unsere verschiedenen Kategorien auf dem weißen Papier. Für jedes Kapitel steht ein kleines Kästchen zur Verfügung. Außerdem hat Flora ausreichend Platz für die Punkte Spannung, Protagonisten, Antagonisten und Nebenfiguren gelassen.

Malina wirft einen Blick darauf. „Bei diesem Buch brauchen wir wahrscheinlich mehr als eine Sitzung.“

Ich nicke. „Wenn ich an Josia denke, brauche ich mindestens fünf.“

Die anderen lachen und ich erinnere mich an den Protagonisten des Romans. Den Helden mit dem goldenen Herzen, der Evanora nicht nur einmal aus der Patsche hilft. In dem sie anfangs bloß ihren besten Freund sieht, später aber merkt, wie viel er für sie zu opfern bereit war. Ich denke an seine romantischsten Aussagen.

„Ich würde eher sterben, als dich noch einmal leiden zu sehen“, zitiere ich ihn schwärmend. Ich habe schon viele Bücher gelesen, war in den ein oder anderen Buchhelden verliebt. Doch niemand war so wie er. Aufopferungsvoll, ehrlich, klug und lustig. Vielleicht der perfekte Mann.

„Starten wir erst mal mit dem Prolog. Rosella beginnt zu sabbern.“ Sam öffnet die entsprechende Seite.

Ich verziehe amüsiert das Gesicht. Was ich nicht geben würde für einen Mann wie Josia. Das komplette Gegenteil von den Arschlöchern, die hier in Crumblewood leben. Josia trägt seine Frau auf Händen — wortwörtlich. Und ich kann nicht genug davon bekommen.

„Den Prolog fand ich fürchterlich. Evanoras Kindheit hat mich innerhalb von zwei Seiten zum Weinen gebracht“, meint Malina.

Und so verbringen wir die nächsten zwei Stunden mit unseren Diskussionen. Wir sprechen über die tapfere Evanora, den fürchterlichen Cassian und den heldenhaften Josia. Wo finden Fantasy-Protagonistinnen nur immer Typen wie ihn? An diesem Ort wäre ich auch gern mal. Ein Mann, der ehrlich, witzig und loyal wie kein anderer ist. Den würde ich nehmen. Nach allem, was mir in den letzten Jahren passiert ist, weiß ich aber, dass es solche Typen nur in Büchern gibt. Zu fiktiv, um sie in der realen Welt zu daten. Leider.