Kapitel 1
Amber
Erschöpft lenke ich den Wagen durch die nächtliche Innenstadt von Chicago. Die Straßen sind wie leergefegt. Kein Wunder, es ist beinahe Mitternacht. Ich gähne und reibe mir über das Gesicht. Seit zehn Stunden bin ich unterwegs, und die Müdigkeit drückt wie Blei auf meine Schultern. Mein Rücken brennt, und selbst das Sitzen fühlt sich an wie die reinste Folter.
Rechts blinkt ein rotes Neonlicht auf: The Hope.
Eine Bar. Perfekt. Ich brauche eine Pause, also lenke ich den Wagen auf den Parkplatz, schalte den Motor ab und steige aus. Die kühle Herbstluft kriecht mir in die steifen Glieder und lässt mich frösteln. Mit schnellen Schritten erreiche ich die Bar und trete ein.
Es riecht nach Bier, Frittierfett und ein wenig nach Ich habe den Tag überlebt. Ich traue mich kaum, den Kopf zu heben, bis mir wieder einfällt, dass ich nicht mehr in San Diego bin. In Chicago kennt mich niemand. Zum Glück. Ich straffe die Schultern, und mein Blick schweift durch den Raum. Das The Hope ist eine Spelunke, definitiv kein angesagter Ort, und die Einrichtung hat auch schon bessere Tage gesehen. Die Tische sind zerschrammt, und die grünen Tapeten lösen sich an einigen Stellen von den Wänden.
Irgendwie passt dieser Ort zu meinem Leben und mir. Abgeblättert, müde, ein bisschen verloren. Aber tief in mir flackert etwas auf. Ein verlockendes Gefühl, dass bessere Zeiten kommen. Und heute habe ich sogar einen Grund zu feiern.
Ich setze mich auf einen der zwei freien Barhocker und hebe die Hand.
„Was kann ich dir bringen?“, fragt der Barkeeper. Über seiner rechten Schulter baumelt ein Geschirrtuch.
„Ein Bier.“ Mehr liegt bei meinen Finanzen nicht drin. Ich muss sparen, wo ich kann.
Er nickt, greift unter die Theke und stellt mir eine Bierflasche hin, hält sie aber fest. „Wie alt bist du?“
„Einundzwanzig.“ Ich hole meinen Führerschein hervor und halte ihn ihm vor die Nase.
Ein kurzer Blick und er lässt die Flasche los. Ich hebe das kühle Bier an den Mund, doch bevor ich einen Schluck trinken kann, lässt sich ein Mann auf den Barhocker neben mir fallen.
„Hey, Frank“, sagt er atemlos. „Ich brauche es mal wieder. Ganz viel Whisky, ein Spritzer Cola.“
Der Barkeeper zieht eine Augenbraue hoch. „In letzter Zeit bestellst du das ziemlich oft.“
„Tja.“ Er zuckt mit den breiten Schultern. „Läuft gerade alles schief. Beschissen trifft es ganz gut.“
Leicht drehe ich mich zu ihm und mustere ihn unauffällig. Dunkle Lederjacke, den Kragen hochgeschlagen. Seine kurzen schwarzen Haare sind verwuschelt, als hätte er sie sich gerauft, und das mehr als einmal, aber seine grünen Augen sind klar, nicht glasig. Kein Mensch, der sich regelmäßig wegsäuft. Eher jemand, der versucht, etwas zu verdrängen. Vermutlich hatte er einfach einen üblen Tag. Wenn das jemand verstehen kann, dann ich.
Als hätte er meinen Blick gespürt, wendet er sich mir zu. „Oh. Entschuldige. Ist der Platz besetzt?“
„Nein.“ Ich nehme einen Schluck, genieße, wie das Bier meine Kehle hinunterläuft und diese Rastlosigkeit tief in mir langsam abklingen lässt.
„Habe dich hier noch nie gesehen. Wir zwei drücken den Altersschnitt ganz schön nach unten.“
Ich muss schmunzeln. Das ist mir auch schon aufgefallen. Die anderen Besucher sind deutlich älter, weit über vierzig.
„Gerade erst angekommen“, murmle ich. Endlich.
„Dann bist du neu in Chicago. Willkommen in der Windy City.“ Er prostet mir zu. „Gehst du auch an die Lake Side U?“
„Ja. Ab nächster Woche. Wie ist die Uni so?“
„Nicht schlecht. Allemal besser als …“ Sein Blick senkt sich für einen Moment. „Das The Hope ist verdammt weit vom Campus entfernt. Warum bist du hier gelandet?“
„Weiterfahren war unmöglich, sonst hätte ich mir Streichhölzer in die Augen klemmen müssen.“
Ein schiefes Grinsen huscht über sein Gesicht.
„Und ich habe … etwas zu feiern.“
„Was denn?“ Er nimmt einen Schluck und dann gleich noch einen. Als er das Glas wieder hinstellt, ist es halb leer.
Ich schürze die Lippen. Wieviel bin ich bereit, preiszugeben? Aber seine Frage klingt nicht aufdringlich, sondern ehrlich interessiert, und in den nächsten Tagen werde ich vermutlich noch oft gefragt, warum ich die Uni mitten im Semester wechsle.
„Einen Neuanfang“, sage ich und fühle mich unendlich erleichtert. Neue Stadt. Neue Uni. Neues Leben. Neues Glück. Und diesmal lasse ich mir das von niemandem kaputtmachen.
„Einen Neuanfang feiert man doch nicht mit Bier.“ Er runzelt die Stirn und winkt Frank zu sich. „Wir brauchen hier ganz schnell ein Glas Champagner oder Sekt, je nachdem, was du da hast.“
„Willst du die Kleine abschleppen?“ Eine Falte taucht zwischen Franks Brauen auf. „Das würde ich dir nicht empfehlen, normalerweise stolperst du zum Ausgang, wenn wir schließen.“
Der Unbekannte trommelt mit den Fingern gegen die Theke. „Nein. Hab ich hier jemals jemanden abgeschleppt?“
Ein Lachen kann ich mir nicht mehr verkneifen. Wenn er nicht auf ältere Frauen steht, ist das definitiv der falsche Ort, um jemanden aufzureißen.
„Vielleicht hättest du das tun sollen“, bemerke ich amüsiert.
Grinsend verschränkt Frank die Arme. „Ja. Vielleicht hättest du noch was gelernt. Die Frauen hier haben Erfahrung.“
„Davon habe ich genug. Und jetzt hol das Prickelzeug für die Dame und noch einen Jack für mich.“
„Dame? Du gibst dir ja richtig Mühe“, sage ich. „Aber ich brauche kein Prickelzeug. Ich kann mir so was nicht leisten.“
„Geht auf mich. Und bevor du jetzt Nein schreist. Daran sind keine Erwartungen geknüpft. Ich würde einfach gerne mit dir feiern.“
Fest sehe ich ihm in die grünen, irgendwie geheimnisvollen Augen. Die Zeiten, in denen ich einem Mann jedes Wort geglaubt habe, sind vorbei. Doch in ihnen glimmt nichts Anzügliches, aber etwas anderes, das ich sofort erkenne. Schmerz. Zu oft habe ich es in meinen eigenen gesehen, als ich in den Spiegel blickte.
„Danke“, sage ich schließlich. Er wirkt nett und aufrichtig, und ich muss lernen, Menschen wieder an mich heranzulassen. Nicht zu nahe, aber in einem Maß, das normal ist.
Frank stellt eine Flasche, ein leeres Glas und einen weiteren Drink auf den Tresen. Dann öffnet er die Flasche und schenkt mir ein. „Schmeckt vermutlich wüst, aber es prickelt. Wenn du morgen Kopfschmerzen hast, beschwere dich nicht bei mir.“
Der Unbekannte hebt seinen Drink hoch. „Auf dich und deinen Neuanfang. Wie heißt du eigentlich?“
„Amber. Du?“
„Noah.“
Wir stoßen an, und ich nippe am Glas. Mein Magen zieht sich augenblicklich zusammen. Mein Gott, ist der grässlich. Ich stelle das Glas zurück und nehme einen Schluck Bier, um den bitterlichen Geschmack loszuwerden.
„Uff. So schlimm?“, fragt Noah und verzieht das Gesicht.
„Ja. Schmeckt irgendwie nach Fußbodenreiniger mit Bläschen.“ Ich lehne mich leicht zu ihm. „Ich glaube, Frank will mich vergiften.“
Noah grinst breit und wirkt für einen Moment unbeschwert. „Würde ich ihm zutrauen. Unter uns: Manchmal habe ich das Gefühl, er streckt meinen Jack mit Wasser. Halsabschneider.“
„Das macht er bestimmt, damit du nicht vom Barhocker fällst. Ich glaube, er mag dich.“
Er schnaubt. „Oder er hat Angst, dass ich mich übergeben muss, und hat keine Lust darauf, die Schweinerei aufzuwischen.“
„Trinkst du immer … so viel?“ Ich beiße mir auf die Zunge. Ganz schön direkt, aber ich möchte wissen, mit wem ich es zu tun habe.
„Eigentlich nicht.“ Er dreht das Glas hin und her. „Nur wenn mich mein Dad anruft, und das passiert zum Glück selten. Für dich ist Chicago ein Neuanfang, für mich eine Auszeit.“ Leise räuspert er sich. „Genug über mich geplaudert. „Wohnst du in der Nähe des Campus?“
„Fast. Im Studentenwohnheim.“ Offenbar will er nicht über sich reden, und das respektiere ich. Auch ich bin nicht bereit, alles über mich preiszugeben. Gewisse Dinge sind zu persönlich und gehen niemanden etwas an.
„Mein herzliches Beileid. Kennst du deine Mitbewohnerin schon?“ Er leert den zweiten Drink in einem Zug.
„So schlimm wird es schon nicht werden. Und, nein. Ich kann das Zimmer erst morgen beziehen.“ Alles ist besser als San Diego, selbst eine unausstehliche Zimmergenossin.
„Schlechte Planung. Oder bist du auf der Flucht?“
„Hm …“ Flucht trifft es erschreckend gut, aber das behalte ich für mich. „Ich bin schneller vorangekommen, als ich gedacht hätte.“
Sein Blick, der leicht glasig geworden ist, verharrt etwas zu lange auf meinem Gesicht, bevor er erneut die Hand hebt.
Wie viel will er noch trinken?
Frank stellt ihm wortlos einen weiteren Drink hin.
Noah nimmt sogleich einen kräftigen Schluck. „Wo schläfst du heute?“
„Im … Auto.“ So wie letzte Nacht. Kostet nichts und ist einfach.
Sein Mund klappt auf, bleibt einen Moment offen, dann schließt er sich wieder. „Ernsthaft? Wie wäre es mit einem Motel? Du kannst echt nicht planen, oder … musst sparen.“
Ich nicke. Viel Geld habe ich nicht mehr, und es soll noch eine Weile reichen.
„Du kannst bei mir pennen, wenn du willst. Ich wohne ganz in der Nähe.“
Ich sage nichts. Ist das bloß eine nette Geste, oder steckt mehr dahinter?
„Also doch.“ Frank stößt einen kurzen Pfiff aus. „Du willst sie abschleppen.“
„Du nervst, Frank.“ Noah massiert sich den Nacken. „Sie will ernsthaft im Auto pennen. Sehr gefährlich. Und auch wenn ich normalerweise Frauen nicht aus reiner Barmherzigkeit mit zu mir nehme, kann ich das doch unmöglich zulassen.“
„Stimmt.“ Frank mustert ihn nachdenklich, dann wendet er sich mir zu. „Du könntest auch im Hinterzimmer schlafen. Nicht wirklich bequem. Nur eine Matratze am Boden. Mehr kann ich dir leider nicht anbieten. Gib einfach Bescheid, wenn du das willst.“
„Danke“, sage ich, obwohl ich weiß, dass ich sein Angebot nicht annehmen werde, auch wenn es bestimmt lieb gemeint ist.
„Kein Ding.“ Frank winkt ab.
Ich drehe mich zu Noah um, winkle den Arm an und stütze den Kopf darauf ab. „Warum nimmst du dann Frauen mit zu dir?“
„Da muss ich kurz scharf nachdenken.“ Mit dem Finger trommelt er gegen seine Stirn, verfehlt sie jedoch mehr als einmal. „Sex.“
„Aha … so einer bist du also, hm?“ Von ihm halte ich mich besser fern, auch wenn er etwas Anziehendes an sich hat. Sex ist gerade das Letzte, wonach mir der Sinn steht.
„Ja. Genau so einer bin ich. Aber ich biete dir wirklich nur meine Couch, ein Kissen und eine Decke an, sonst nichts.“
„Autsch. Findest du mich so hässlich?“ Die Worte sind draußen, bevor ich sie zurückhalten kann. Aber mir gefällt seine Art. Offen und direkt. Das war ich auch einmal, bis … Ich schlucke leer und schiebe den Gedanken beiseite.
Sein Blick gleitet über mich. Einmal. Zweimal. Dann räuspert er sich. „Überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Aber mir geht es heute wirklich mies, und ich würde mich freuen, wenn du mitkommst. Nicht aus … na ja, den Gründen.“ Ein schiefes Lächeln legt sich auf seine Lippen. „Ich weiß nur, dass ich zu Hause allein vor dem Fernseher sitzen und mich in schlechten Gedanken vergraben würde. Und du … du lenkst mich ab. Auf eine gute Art. Ich mag dich. Und es wäre schade, wenn der Abend jetzt einfach endet.“
„Ich heule gleich“, bemerkt Frank und wischt mit dem Geschirrtuch demonstrativ über die abgewetzte, aber saubere Theke.
Noah stöhnt. „Hast du nichts anderes zu tun?“
Frank reißt die Augen auf. „Sag bloß, ich störe?“
„Ja“, brummt Noah.
„Immer, wenn es spannend wird.“ Frank dreht sich um und verstaut die gewaschenen Gläser im Gestell an der Wand.
„Also … willst du mitkommen oder nicht?“, fragt Noah leise, fast zögerlich.
Stille. Ich hadere mit mir. Er bietet mir einen Schlafplatz an. Für jeden anderen wäre das keine große Sache. Für mich schon. Aber wenn ich ihn richtig einschätze, geht von ihm keine Gefahr aus. Nichts an ihm wirkt bedrohlich. Und ich habe keine Lust, nochmals im Auto zu pennen. Vergangene Nacht habe ich kein Auge zugetan, aus Angst, ich könnte überfallen werden.
„Okay“, flüstere ich. „Ich komme mit.“
Noah lächelt warm und gleitet vom Barhocker. Kaum steht er, schwankt er gefährlich.
„Langsam.“ Ich springe auf und packe ihn am Oberarm. Durch die Lederjacke spüre ich seine Muskeln. Hart und definiert.
„Geht schon. Ich hätte vorher etwas essen sollen.“ Er legt ein paar Scheine auf den Tresen.
Frank steckt das Geld ein. „Du hast Glück, dass die Kleine mitkommt. In deinem Zustand würdest du nicht weit kommen. Immer dasselbe mit dir, Junge.“
„Wir sehen uns, Frank“, sagt Noah mit schwerer Zunge.
Frank seufzt tief. „Hoffentlich nicht so bald.“
„Das hoffe ich auch. Mehr als du“, murmelt Noah.
Wir verlassen die Bar. Je näher wir meinem Auto kommen, desto schwerer werden Noahs Schritte.
„Ein Oldtimer. Fährt der noch?“, fragt er verwaschen. Die Worte stolpern über seine Lippen.
Ich rolle mit den Augen. Mein Auto ist absolut zuverlässig. Nur weil es schon einige Jahre auf dem Buckel hat, gehört es noch lange nicht in ein Museum. „Ja. Schneller, als es den Anschein macht.“
Er nickt langsam, als müsse er diese Information erst einsortieren. „Sieht man ihm nicht an. Kann ich bei dir mitfahren? Ich bin zu Fuß gekommen.“
„Ja. Vorsichtig einsteigen“, sage ich und öffne die Beifahrertür. In seinem Zustand knallt er sonst noch mit dem Kopf gegen die Karosserie, und dann heißt es: Notaufnahme.
„Yes, Ma’am.“ Noah fällt fast in den Sitz.
Ich umrunde den Wagen und steige ein. Mit sichtbarer Mühe zieht er den Gurt straff und lässt ihn einrasten.
„Wohin muss ich?“ Ich starte den Motor und rolle an.
„Links.“ Er streckt den Arm aus, um mir die Richtung zu zeigen, doch seine Bewegung ist völlig unkoordiniert. Seine Fingerspitzen streifen meine Brüste.
Kurz verkrampfe ich, entspanne mich aber gleich wieder. Es fühlte sich alles andere als unangenehm an. Eher verlockend.
„Sorry. Das war keine Absicht.“ Ruckartig zieht er den Arm zurück und verflechtet die Hände ineinander. „Ab jetzt rede ich nur noch. Du weißt bestimmt, wo links und rechts ist.“
„Erst seit gestern.“ Ich verkneife mir ein Lachen, nicht dass er denkt, ich mache mich über ihn lustig. Noah ist ein angenehmer Typ, leider nur gerade etwas neben der Spur und angetrunken.
Ich biege ab und beschleunige. Flüchtig sehe ich zu ihm hinüber und muss mir eingestehen, dass er mehr als nur angenehm ist. Heiß trifft es viel besser. Genau mein Typ. Aber ich bin nicht auf der Suche nach einem Mann. Männer stehen nicht einmal auf meiner Neuanfangsliste.
***
Noah
„An der nächsten Kreuzung rechts“, sage ich. Meine Schläfen pochen, und meine Zunge fühlt sich pelzig an, als hätte ich an einer Katze geleckt. Scheiß Alkohol. Nach jedem Gespräch mit Dad lege ich es regelrecht darauf an, mich komplett abzuschießen.
Amber setzt den Blinker und biegt in meine Straße ein. Unauffällig streift sie mein Blick. Sie ist eine Wucht, und ihre bissigen Kommentare treffen genau meinen Humor. Definitiv eine Frau, die mich reizt, aber ich habe ihr versprochen, dass zwischen uns nichts läuft. Und mein Wort halte ich. Immer. Keine Heucheleien, kein Schönreden oder Lügen. Wenn ich etwas von einer Frau will, sage ich es ihr. Auch, dass daraus nie mehr wird. Wenn sie darauf eingeht, gut. Wenn nicht, dann eben nicht. Damit habe ich kein Problem.
„Hier kannst du anhalten.“ Mit dem Kopf deute ich auf das Haus auf der rechten Seite. Meine Hände bleiben diesmal in meinem Schoß. Sicher ist sicher.
„Wow. Nicht schlecht für eine Auszeit.“ Amber parkt und steigt aus.
Ich drücke die Beifahrertür auf und steige ebenfalls aus. Unwillkürlich frage ich mich, warum sie einen Neuanfang wagt. Würde sie es mir sagen, wenn ich sie direkt frage? Vermutlich nicht. Sie meidet alles, was nach Vergangenheit riecht. Kann ich ihr nicht verdenken. Was auch immer dahintersteckt, ich beneide sie darum. Um die Chance, einfach neu anzufangen.
Kaum stehe ich, schwanke ich. Meine Beine geben nach wie Pudding. Sie legt einen Arm um meine Hüften und stützt mich. Ihr frischer Minzeduft, der mir schon in der Bar aufgefallen ist, steigt mir in die Nase. Und ihre Wärme trifft mich, zu verlockend, um nicht darauf zu reagieren.
„Willst du kuscheln, oder hast du Angst, dass ich wie ein gefällter Baum umfalle?“, frage ich, obwohl ich besser die Klappe halten sollte.
„Letzteres, und ich stehe nicht auf Kuscheln.“ Leicht schiebt sie mich an.
Das glaube ich ihr nicht. Keine Sekunde. „Schade, dein Körper würde perfekt an meinen passen.“
„Das denke ich auch. Aber wir werden es nie erfahren.“
Ein leises Lachen vibriert in meiner Brust. Ich verkneife mir einen weiteren Kommentar, fische den Schlüssel aus meiner Jeans und sperre auf.
Wir betreten das Haus, und ich betätige den Lichtschalter.
Ihr Blick wandert durch den Eingangsbereich. „Wo ist dein Zimmer?“
„Jetzt willst du es aber wissen.“
„Nein. Ich will nur wissen, wohin ich dich schleifen muss.“
Ich ziehe eine Braue hoch. „Schleifen? Du weißt wirklich, wie man einen Mann scharf macht.“
Sie lächelt. Ein verdammt anziehendes, unbeschwertes Lächeln. Genau das habe ich gebraucht.
„D… die Treppe… h-hoch.“ Fuck. Ich lalle schon.
„Na, dann. Los.“ Ihr Griff um meine Hüfte verstärkt sich.
Ich würde es nie zugeben, aber vermutlich käme ich ohne sie die Stufen nicht mehr hoch.
„Danke“, murmle ich schwer atmend, als wir oben sind.
„Schon gut. Kipp einfach nicht um und begrab mich unter dir.“
Irgendwie gefällt mir die Vorstellung.
Ich stolpere in mein Zimmer, und Amber dirigiert mich direkt zum Bett. Unbeholfen ziehe ich Jacke, Schuhe, Jeans und Shirt aus und lasse alles einfach liegen.
Ein schelmisches Grinsen zupft an ihren Mundwinkeln, als sie an mich herantritt, und in ihren karamellfarbenen Augen funkelt es. Sie legt mir eine Hand auf die Brust. „Darf ich?“
Ihre Berührung brennt sich sofort in meine Haut. Warm. Echt. Viel zu intensiv für jemanden, den ich erst seit ein paar Stunden kenne. Scheiß Alkohol – der lässt alles verschwimmen, außer ihr.
Ich nicke knapp. Mehr schaffe ich gerade nicht.
Ein kleiner Schubs, und ich liege mit dem Rücken auf dem Bett. Die Müdigkeit trifft mich wie ein Vorschlaghammer. Meine Augen schließen sich. Durch den Nebel in meinem Kopf dringt ein leises Rascheln, und ich spüre, wie die Matratze neben mir nachgibt.
Kapitel 2
Noah
Ein stechender Schmerz hämmert in meinem Schädel, als hätte jemand die ganze Nacht mit einem Presslufthammer darin gewütet. Ich blinzle. Das Tageslicht, das ins Zimmer fällt, lässt mich zusammenzucken, und mein Mund ist staubtrocken.
Schwerfällig richte ich mich auf. Auf meinem Nachttisch steht ein Glas Wasser.
Ein Glas Wasser. Verdammt. Wie kommt das hierher? Egal. Dankbar nehme ich einen Schluck. Der erste tut weh, der zweite rettet mein Leben. Erinnerungsfetzen blitzen auf. Amber. Sie hat mich nach Hause gebracht. Mein Blick fällt auf das Kissen neben mir. Zerknüllt. Ich hebe es hoch und rieche daran. Ihr frischer Minzeduft kitzelt mich in der Nase. Sie hat hier geschlafen. Neben mir. Haben wir …?
Ich reibe mir kräftig das Gesicht, als könnte ich so die Erinnerungen an vergangene Nacht heraufbeschwören. Aber da ist nichts. Plötzlich fühle ich es wieder: ihre Hand auf meiner Brust. Warm. Verlockend. Zu echt, um eingebildet zu sein. Scheiße. Ich habe mit ihr geschlafen und kann mich nicht einmal daran erinnern! Das trifft mich härter als der Kater.
Stöhnend sinke ich zurück auf das Bett. Hoffentlich habe ich mich nicht blamiert. Nein. Unmöglich. Das war bestimmt der Knaller. Ich könnte mich in den Arsch beißen. Ich bin so ein Idiot. In Zukunft sollte ich echt weniger trinken. So einen üblen Filmriss hatte ich noch nie.
Lange starre ich die Decke an, dann stehe ich auf und verschwinde im Badezimmer. Nachdem ich geduscht habe, fühle ich mich wieder halbwegs lebendig. Das Hämmern in meinem Kopf hat endlich nachgelassen.
Ich gehe nach unten in die Küche. Auf der Kochinsel liegt ein Zettel. Der war gestern noch nicht da.
Danke für alles.
Amber
Ein fettes Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus. Danke für alles. Jep. Der Sex war der Knaller. Augenblicklich bereue ich wieder, dass ich mich kein Stück daran erinnern kann. Nichts, was man nicht ändern könnte. Wir wiederholen das. Ich will mich an alles erinnern. Von vorne bis hinten. An jede Berührung. An jeden Kuss. An jedes ihrer sehnsüchtigen Stöhnen. Pfeifend öffne ich den Kühlschrank und hole die Milch hervor.
Erstaunlich gut gelaunt, dafür, dass ich mich gestern wieder einmal mit Dad gezofft habe, fülle ich eine Schüssel mit Müsli und gieße Milch darüber. Amber werde ich wiedersehen. Zum Glück geht sie auch an die Lake Side U.
Ich öffne die Schublade und nehme einen Löffel, lasse ihn aber sofort wieder fallen. Auf einmal ist er da. Dieser Drang. Der eine Drang, dem ich noch nie widerstehen konnte.
Mit langen Schritten gehe ich ins Wohnzimmer, reiße den Schrank auf und hole meine Kohlestifte und die Mappe hervor. Dann setze ich mich an den Esstisch und schlage sie auf. Bevor mein Kopf versteht, was ich tue, formen meine Finger längst Linien. Zu vertraute Linien. Scheiße. Ich zeichne Amber. Trotzdem kann ich nicht aufhören. Ich versinke in ihrem Gesicht. Meine Hand fliegt über das Papier. Mandelförmige Augen, hohe Wangenknochen, eine kleine, aber spitze Nase. Dichte, schwarze Locken, die ihr herzförmiges Gesicht umrahmen wie ein Gemälde.
Als ich innehalte und ihr Porträt betrachte, schlägt mein Herz schneller. Es klingelt. Unwillkürlich zucke ich zusammen, klappe die Mappe hastig zu und stehe auf. Ich erwarte niemanden. Vielleicht ist Amber zurückgekommen?
Mit einem viel zu hoffnungsvollen Gefühl gehe ich zur Tür und öffne sie. Keine Amber. Nur mein Kumpel Scott.
„Komm rein“, sage ich und trete zur Seite.
„Du sahst schon besser aus.“ Grinsend humpelt er ins Haus. Sein Knie ist im Arsch. Vor zwei Monaten hat er sich bei einem Spiel übel verletzt – seitdem ist Schluss mit Football. So schnell kann es gehen.
„Und du warst auch schon schneller. Hinkebein.“
„Fick dich“, murmelt er, ohne wirklich böse zu sein. „Wenigstens kann ich noch gehen.“
„Sonst müsste ich dich tragen.“ Ich klopfe ihm auf die Schulter. Ihn würde ich überall hinschleppen. „Was gibt es? Alles gut bei dir und Bree? Oder zweifelst du mal wieder?“
Scott kämpft sich mit kleinen Schritten ins Wohnzimmer.
„Bietest du mir eine Therapiestunde an?“ Er schnaubt. „Nicht nötig. Ich zweifle schon längst nicht mehr. Bree will Staatsanwältin werden, und zwar nicht, weil sie in meiner Nähe bleiben will, sondern weil es ihr Ding ist. Ich habe das akzeptiert.“ Vorsichtig lässt er sich auf das Sofa fallen und verzieht das Gesicht, als sein Knie nachgibt. „Ich bin deinetwegen da. Wegen deiner absurden Berufswahl. Zuhälter?“
Ich kratze mich an der Schläfe. War ja klar, dass er mich früher oder später auf diesen Kommentar ansprechen würde, schließlich habe ich ihn mehr als einmal gebracht. Seit seiner Verletzung hängt alles in der Luft – für ihn, Dean und mich. Unser Plan, gemeinsam nach der Uni zu den Dallas Cowboys zu wechseln? Geschichte.
„Profispieler zu werden, war immer dein Traum. Nicht meiner. Ich kann einfach nur verdammt gut Football spielen“, sage ich bestimmt, damit er es endlich kapiert.
„Dean geht zu den Dallas Cowboys und das solltest du auch. Du kannst diese Chance nicht einfach wegwerfen.“
„Es ist noch nichts beschlossen.“ Dad hat Wind von dem Profivertrag bekommen, und jetzt macht er mir wieder Druck. Darin ist er verdammt gut. Ich stoße die Luft aus. „Das dauert offenbar länger. Ich hole uns was zu trinken.“
„Bring mir eine Cola“, ruft mir Scott hinterher.
Ich öffne den Kühlschrank und nehme zwei Coladosen heraus. Am liebsten würde ich meinen eigenen Traum verfolgen, aber das lässt Dad nicht zu. Sein wutverzerrtes Gesicht taucht vor meinem inneren Auge auf.
Schwuchtel.
Das Wort knallt wie eine Faust in meinem Kopf. Nur weil ich es liebe, zu zeichnen. Fuck.
Ich schleudere die Kühlschranktür zu. So fest, dass das Ding leicht nachvibriert. Dann atme ich tief durch, zwei, drei Mal, und gehe ich zurück ins Wohnzimmer.
Sofort erstarre ich. Scott steht neben dem Esstisch. Meine Mappe liegt offen vor ihm. Aufgeschlagen. Sichtbar. Ausgestellt. Er studiert meine Zeichnungen, den Kopf leicht schiefgelegt, als würde er jede Linie analysieren. Scheiße.
Noch nie habe ich jemandem meine Zeichnungen gezeigt. Ich habe sie immer versteckt – vor allen. Sogar vor meinen Freunden.
Ich stürme zum Esstisch, knalle die Coladosen auf die Platte und klappe die Mappe zu.
„Sind die von dir?“, fragt Scott leise.
„Ja“, flüstere ich. Auch wenn es mir unangenehm ist. Meine Freunde lüge ich nicht an.
Er hebt den Kopf. „Die sind … Noah, du hast unglaubliches Talent.“
Etwas in mir zieht sich zusammen. Sein Lob fühlt sich an wie ein Finger in einer offenen Wunde.
„Was weißt du schon?“, frage ich aufgebracht. „Seit wann kennst du dich mit Kunst aus? Oder habe ich einfach nicht mitbekommen, dass du jetzt Experte bist?“
„Nein. Ich habe keinen blassen Dunst von Kunst, und ich wollte nicht rumschnüffeln. Du hast offensichtlich ein Problem damit, dass ich deine Zeichnungen gesehen habe.“ Er tritt einen Schritt zurück, gibt mir den Raum, den ich brauche. „Aber mir gefällt es. Ehrlich. Alles, was ich hinkriege, sind Strichmännchen. Warum bist du nicht im Kunstkurs?“
„Ich wollte dich nicht anschnauzen. Das ist nur … sehr persönlich, und bis jetzt hat sie noch niemand gesehen. Du bist der erste.“ Ich sinke auf einen der Stühle. „Dad hat es mir verboten. Als er rausgefunden hat, dass ich zeichne, ist er komplett ausgerastet. Für ihn war das nicht männlich genug. Er hat mich ernsthaft gefragt, ob ich eine Schwuchtel bin.“
Scott schüttelt den Kopf. „Das tut mir echt leid. Dein Dad hat ein Problem, nicht du. Das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun. Und selbst wenn du schwul wärst, wäre das deine Sache. Und er hätte es zu akzeptieren.“
„Danke, Mann.“ Genauso sehe ich das auch, aber Dad kann einfach nicht damit umgehen.
Mit zusammengebissenen Zähnen setzt er sich, öffnet eine der Coladosen und nimmt einen Schluck. „Gehst du darum keine Beziehung ein? Schläfst du mit so vielen Frauen, um deinem Dad zu beweisen, dass du keine Schwuchtel bist?“
„Nein.“ Dad weiß nicht einmal, dass ich mich nicht festlege. Mit ihm rede ich schon länger über nichts Persönliches mehr. Ich fahre mir über das Gesicht. „Vielleicht unbewusst. Vielleicht beeinflusst es mich doch irgendwie. Aber eigentlich lasse ich mich auf nichts Festes ein, weil ich nach der Uni zurück muss.“
„Nach Hause, meinst du?“
Ich sinke tiefer in den Stuhl. „Ja. Zurück nach Vegas.“ Kurz schließe ich die Augen, sammle mich. „Ich habe es dir nie erzählt. Meinem Dad gehören Dutzende Stripclubs. Ein ganzes verdammtes Imperium. Er ist mächtig stolz darauf. Nachdem er meine Zeichnungen gesehen hat, wollte er ständig, dass ich ‚ein bisschen Männlichkeit tanke‘.“ Meine Finger krampfen sich ineinander. „Er schleppte mich in seine Clubs, wollte, dass ich mir Lapdances gönne, dass ich den Tänzerinnen zusehe, wie sie sich an den Pole-Stangen räkeln. Als würde das aus mir einen richtigen Mann machen.“
Scott verzieht das Gesicht. „Puh …“
„Mit der Zeit ging mir das so extrem auf die Eier, dass ich ihm gesagt habe, ich brauche eine Auszeit. Ich wollte raus aus Vegas, an eine andere Uni. Er hat zugestimmt – unter einer Bedingung.“ Ich lache trocken. „Wenn ich mit dem Studium fertig bin, muss ich zurück und ins Familiengeschäft einsteigen. Aber ganz ehrlich? Ich habe null Bock darauf. Nicht auf Vegas. Nicht auf sein Business. Nicht auf dieses ganze … Zurschaustellen von Frauen. Das ist nicht meine Welt.“
„Heftig.“ Auf Scotts Stirn bilden sich tiefe Falten. „Deswegen warst du auf einmal an der Lake Side U. Und jetzt ergibt auch dein Zuhälterkommentar auf einmal einen Sinn.“
„Ja. Ich habe es dramatisch formuliert. Aber im Grunde läuft es genau darauf hinaus. Entweder gehe ich nach dem Abschluss zu den Dallas Cowboys, oder ich lande im Stripclubimperium meines Dads.“ Ich presse die Lippen zusammen. „Ich will beides nicht. Ich möchte Kunst studieren.“
Scott mustert mich eine Weile, dann räuspert er sich. „Rede doch noch einmal mit deinem Dad und erklär ihm alles.“
„Habe ich. Gefühlt hundertmal. Meine Definition von Männlichkeit ist nicht seine, und daran wird sich nichts ändern.“ Dafür ist er zu stur und festgefahren. Ein bitteres Ziehen breitet sich in mir aus. Viel zu tief steckt er in seinen Ansichten fest, da hole ich ihn nie raus. Für ihn muss ein Mann hart und kontrolliert sein. Kein Platz für Gefühle. Alles, was weich, emotional oder verletzlich ist, wertet er ab.
Stille. Fuck. Sie fühlt sich einfach nur beschissen an. Ich hasse Stille. Vor allem diese Art.
„Lass uns über was anderes reden“, murmele ich und reibe mir die Stirn.
Scott nickt langsam und legt eine Hand auf die Mappe. „Darf ich mir deine Bilder nochmal ansehen?“
„Ja.“ Überraschend klar kommt das Wort über meine Lippen. Die Zweifel sind weg. Scott kennt jetzt den Grund, warum ich hier bin, und er versteht mich. Verdammt. Es tut gut, das alles endlich mal herauszulassen, statt es in mich hineinzufressen.
„Wer ist das?“, fragt er.
Mein Blick wandert zu der Zeichnung. Natürlich. Ausgerechnet die. Halbfertig – und trotzdem verräterisch wie ein Geständnis.
„Amber.“ Ihr Name klingt so vertraut, rollt wie von allein über meine Zunge.
Seine Mundwinkel zucken.
„Was?“ Ich verschränke die Arme.
Lässig lehnt er sich zurück. „Ich habe nichts gesagt.“
„Schon okay. Du hast mich erwischt. Irgendwie hat sie es mir angetan.“ Warme Erinnerungen flackern auf. Die Bar. Ihr Lachen. Der Moment, als sie mir half, die Treppe hochzukommen. Für einen Augenblick verdrängen sie sogar den Schatten meines Dads. „Sie ist neu in der Stadt und hat letzte Nacht bei mir geschlafen.“
Er hebt eine Braue. „Nur geschlafen?“
Mein Körper spannt sich an. „Keine Ahnung … ich weiß es echt nicht mehr … aber ich glaube, wir hatten Sex. Und, Scheiße … ich kann mich nicht daran erinnern.“
„So dicht? So kenne ich dich gar nicht.“ Seine Finger trommeln über die Tischplatte. „Und was machst du jetzt? Fragst du sie, was genau lief?“
„Boah … das kann ich nicht bringen.“ Ich fahre mir durch das Haar, als könnte ich so die Schuldgefühle wegwischen. „Sie hat mir eine Nachricht geschrieben. Danke für alles. Wenn ich ihr jetzt beichte, dass ich keinen verdammten Schimmer habe, was genau zwischen uns lief, kippt sie mir um. Mann … sie hat mit mir geschlafen, und ich Vollidiot weiß es nicht mal mehr.“ Hitze steigt mir ins Gesicht. „Wie verletzend ist das denn bitte?“
„Eine beschissene Situation“, sagt Scott.
„Absolut. Aber ich lade sie auf ein Date ein, und dann wiederholen wir es.“
Nachdenklich trinkt er einen Schluck Cola. „Ein Plan und was ganz Neues für dich. Seit wann wiederholst du etwas?“
Der hat gesessen, aber das lasse ich mir nicht anmerken.
Ich lehne mich nach vorn. „Es gibt für alles ein erstes Mal.“
Und, verdammt … Amber fühlt sich nach einem ersten Mal an, das ich nicht verkacken will.