Interview Marie Kopplin im Interview

Wie heißt du und was schreibst du? 

Ich heiße Marie Kopplin und schreibe Thriller über die Schattenseiten der menschlichen Psyche, moralische Konflikte und dunkle Geheimnisse. Meine Figuren geraten in Extremsituationen, in denen ihre Entscheidungen unvorhersehbare Folgen nach sich ziehen.
In meinem neuen Roman "Die Schuld" treffen Vergangenheit und Gegenwart in einem abgeschiedenen spanischen Dorf und auf einer peruanischen Bodega aufeinander. Geheimnisse, Rache und Manipulation treiben die Figuren in ein gefährliches Spiel, bei dem niemand unversehrt bleibt.

 

Was war zuerst da: Figur, Szene oder die Grundidee?

Als allererstes die Grundidee. Aus der habe ich dann rückwärts den Plot aufgerollt. Dabei sind nach und nach die Figuren entstanden, bis sie fast ein Eigenleben entwickelt haben. Und als die Geschichte durch sie einen richtigen Charakter hatte, habe ich die konkreten Szenen geplant.

 

Schreibst du deine Plottwists geplant oder überraschst du dich selbst?

Beides! Ich plane sehr ausführlich, bevor ich auch nur ein Wort schreibe. Da sitzt jeder Plottwist. Aber irgendwie verselbstständigt die Handlung sich dann doch immer ein wenig. Und plötzlich läuft es doch anders als geplant. Da haben die Figuren manchmal ihren ganz eigenen Kopf.

 

Was würde dein Lieblingscharakter über dich als Autor:in sagen?

Mina würde wahrscheinlich sagen, dass ich ihr ruhig ein paar schlaflose Nächte hätte ersparen können. Dass ich sie ziemlich schonungslos mit ihren eigenen Widersprüchen konfrontiert habe. Aber insgeheim weiß sie, dass genau das ihre Geschichte erst spannend gemacht hat.
Und Francisco würde mir wohl vorwerfen, dass ich ihn allein gelassen habe, während die Dinge eskalierten. Und, dass er nie genug Hilfe bekommt. Aber er weiß auch, dass genau diese Verantwortung ihn hat wachsen lassen.

 

Gibt es Figuren, die dich überrascht oder ihre eigene Richtung eingeschlagen haben?

Fast alle. Ich plane sehr detailliert, bevor ich losschreibe. Und trotzdem entwickeln die Figuren immer auch ein Eigenleben und inspirieren mich zwischendrin zu neuen Ideen und Plottwists.

 

Was hast du bei der Recherche gelernt, das du nie erwartet hättest?

Ich habe viel über Wein und Weinbau gelernt. Auch vor Ort auf einer echten Bodega in Spanien, wo ich viel für den Roman mitnehmen konnte.

 

Was macht dich und deine Bücher besonders?

Ich liebe komplexe Plots mit Wendungen, die überraschen, aber sich im Nachhinein zwingend anfühlen. Mir ist es wichtig, dass meine Thriller sorgfältig konstruiert sind, ohne dass dabei die emotionale Ebene verloren geht. Spannung entsteht für mich nicht nur durch Gefahr, sondern durch innere Konflikte.

 

Wie kommst du auf die Ideen für deine Romane?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal ist es ein Detail in einem Film, in den Nachrichten oder im echten Leben. Ich setze mich aber auch gerne vor eine leere Seite und überlege, aus welcher zunächst rudimentären Idee ein spannender Plot entstehen könnte. Der entwickelt sich dann Schritt für Schritt – und überrascht mich dabei oft selbst.

 

Welche Hobbys hast du außerhalb des Schreibens?

Wenig überraschend: lesen. Außerdem reise ich gerne, auch wenn ich dazu aktuell wenig Zeit habe. Und ich mag gute Gespräche mit Freund:innen. 

 

Was liest du privat am liebsten und was war dein letztes Highlight?

Ich lese am liebsten, was ich auch schreibe: spannende und feinfühlige Psychothriller wie die von Charlotte Link und Sabine Thiesler. Als letztes habe ich „Der Freund“ von Freida McFadden gelesen – sehr unterhaltsam.