Worum geht es in deinem Buch Tilli und die tote Weinprinzessin?
Die Erbacher Wirtstochter Tilli will eine der begehrten Stellen als freie Reporterin beim Kitzinger Tagblatt ergattern. Als die aussichtsreichste Kandidatin für das Amt der Erbacher Weinprinzessin tot im Straßengraben an der Vogelsburg liegt, wittert Tilli die entscheidende Story. Schon überschreitet sie die Grenze zwischen Recherche und Ermittlungen. Der junge Erbacher Polizist Kilian erwischt sie dabei in einer brenzligen Situation. Statt sie zu verpfeifen, tun sich die beiden zusammen und tauchen ins Erbacher Faschingstreiben ein, um einen Mörder zu finden.
Was hat dich dazu inspiriert, den Cosy Crime zu schreiben?
Ich bin in Escherndorf an der Mainschleife aufgewachsen, war dort Weinprinzessin und zehn Jahre lang im Stadtrat. 2020 mussten wir aus beruflichen Gründen wegziehen, das war schwer. Wenn ich an Tillis Geschichte schreibe, bin ich wieder daheim.
Tilli stolpert als Reporterin mitten in den Fall. Was macht sie als Ermittlerin so besonders und wie viel von Tilli steckt vielleicht in dir selbst?
Tilli ist Anfang zwanzig, gerade fertig mit dem Studium, und hat keine Ahnung, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen möchte. Der vorgezeichnete Weg, einfach das Gasthaus der Eltern zu übernehmen, kommt aber nicht für sie infrage. Sie sucht nicht nur einen Mörder, sondern auch sich selbst. In dem Alter ging es mir und vielen in meinem Umfeld ganz ähnlich.
Weinprinzessinnen, Rivalitäten, Dorfklatsch – wie viel davon hast du aus echter Erfahrung übernommen (auch aus deiner Zeit als Weinprinzessin)?
Wenn so viele junge Frauen Anfang 20 zusammenkommen, gibt es natürlich Reibereien. Damals hat das genervt, aber jetzt ist das ein toller Ideenfundus für meine Krimireihe.
Gab es Szenen oder Figuren, die dir beim Schreiben besonders viel Spaß gemacht haben – oder besonders schwerfielen?
Die Szene, wo Magda nach dem Totengedenken den Hirsch aufsperrt und alle Dorfbewohner dort zusammenkommen, hat mir Spaß gemacht. Genau so hat die Familie Heilmann aus dem Storch in Volkach uns öfter nach den Stadtratssitzungen verpflegt. Das war wie Heimkommen.
Was bedeutet Heimat für dich und wie spiegelt sich das Gefühl in deinem Buch wider?
Die Frage, was Heimat eigentlich ist, treibt mich um und ist ein wichtiges Thema in meinem Buch. Ist das ein Ort, oder sind es die Menschen? Ich habe noch keine Antwort gefunden, vielleicht gelingt es mir im Band 2.
Was dürfen Leserinnen und Leser vom zweiten Band der Reihe erwarten? Gibt es schon einen kleinen Ausblick?
Im zweiten Band plant der einzige andere Gastronom aus Erbach, ein Stelzenhotel am Main zu errichten. Das kommt nicht überall gut an, und so liegt er am ersten Mai tot auf dem Baugrundstück. Der Verdacht fällt auf jemandem aus Tillis engstem Umfeld – da bleibt ihr gar keine andere Wahl, als sich der Sache wieder selbst anzunehmen.
Was liest du selbst am liebsten? Hast du eine Leseempfehlung?
Ich lese von Fantasy über den gelegentlichen Liebesroman bis zu Cosy Crime alles bunt gemischt. Es darf nur nicht zu unheimlich oder brutal sein. Caroline Wahl und Christiane Wünsche mag ich. Das letzte Buch, das ich gelesen habe und mich länger beschäftigt hat, war Die Frau des Winzers von Kristin Harmel.